Archiv für Mai 2009

Provinz macht mobil!

Dem politischen Bildungsverein „solid“ kam vor wenigen Tagen der Mietvertrag für die „Brauerei“ zu. Doch leider entfaltete sich die erste Freude in Unmut um. Der Vertrag besagt, dass keinerlei Veranstaltungen in dem Gebäude durchgeführt werden dürfen (welche zur Finanzierung des Projektes benötigt werden). Desweiteren beträgt die Miete für das Objekt knapp über 240€ Kaltmiete. Es kommen also noch Wasserkosten, Stromkosten, Müllentsorgungskosten (usw.) dazu.
Der politische Bildungsverein setzt sich nun intensiv mit dem Vertrag auseinander.
Weitere Informationen folgen demnächst.

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Geringswalde, eine kleine Provinz im Altlandkreis Mittweida, ohne Touristenattraktionen, mit Schafen und Feldern und ca. 4500 Einwohnern. Eigentlich nie der Rede wert gewesen….! Wäre da nicht die kleine Nebensache, dass hier die Linke einst mit 52% regierte. Hier und da seltsame Menschen, umgangssprachlich als Punker bekannt, um herzogen und es gleich zwei alternative Freizeittreffs gab. Die Linke, aus Personalmangel nicht mehr groß da, die alternativen Jugendtreffs vom neuen Bürgermeister geschlossen und statt bunten und alternativen Menschen tummeln sich nun hier und da jene, die mangels Bildung, mangels Freunden und mangels gesellschaftlichem Zugehörigkeitsgefühl sich die Haare kurz scherten, heimattreue Lieder singen und gewalttätig gegen die vorgehen, die nicht in ihr völkisches Weltbild passen.

Wir stellen fest, dass die Schafe und Felder geblieben sind. Was ist geschehen?
Als im vorigen Jahr ein neuer parteiloser Bürgermeister gewählt wurde, weil kein Linker zur Verfügung stand, zogen dunkle Wolken auf. Im November vorigen Jahres marschierten weniger als 100 Neonazis durch Geringswalde, und schüchterten damit den neuen Amtsinhaber derart ein, dass dieser zwei Tage später alle alternativen Jugendzentren schließen ließ. Die alte Mär von unnötiger Provokation, die von sich explizit als antifaschistisch verstehenden Menschen und Orten ausgehen würde, schien hier gewirkt zu haben und als vermeintliches Mittel im Kampf gegen Nazis müssen eben die links-alternativen Treffpunkte verschwinden. Seitdem ist rechtes Flair in der Stadt dominant. Doch das ist kein Zustand der so bleiben muss!

Denn es gibt doch Lichtblicke: ein kleiner Verein kämpft seit zwei Monaten darum in Geringswalde wieder ein alternatives Kulturzentrum zu errichten. Die Chancen stehen nicht schlecht. Verhandlungen mit dem Bürgermeister laufen bereits, ein Objekt wurde gefunden und Sponsoren und Unterstützer warten darauf, dass es los geht. Es wäre die Chance, in der Region um Mittweida wieder einen Stützpunkt für Nicht-rechte, für Alternative, für alle die zu schaffen, die sich antifaschistisch engagieren und sich kritisch mit der bestehenden Gesellschaft auseinandersetzen. Sicher ist der verhandelnde Verein „Solid“ für uns nicht das non-plus-Ultra. Wir denken allerdings, dass Differenzen hinter dem Ziel der Schaffung eines neuen Freiraumes zurückstehen sollten. Zeit für Debatten bleibt dann schließlich noch mehr als genug. Wir erklären unsere uneingeschränkte Solidarität – für ein neues alternatives Kultur- und Jugendzentrum in Geringswalde!
mit solidarischen Grüßen,

AARGB – (antifaschistische Aktion Rochlitz – Geringswalde – Burgstädt)

Auswertung Nachttanzdemo Dresden-23.Mai 2009

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In Dresden demonstrierten am Samstagabend mehr als 500 Menschen friedlich für alternative Freiräume und eine lebendige Subkultur. Die Polizei achtet penibel auf das Einhalten der Auflagen während einige Nazis versuchen, die Demonstration mit Flaschenwürfen und Hitlergrüßen zu provozieren.

Nicht nur in Berlin wurde am gestrigen Abend demonstriert, in Dresden folgten mehr als 500 Menschen einem Aufruf für alternative Freiräume und lebendige Subkultur. Seit Jahren lassen Stadt und Polizei in der Landeshauptstadt nichts unversucht, um alternative Formen von Partykultur und politischem Leben zu verhindern. Immer wieder werden unangemeldete private Partys mit fadenscheinigen Argumenten durch die Polizei beendet und damit Menschen bewußt die Möglichkeit genommen, abseits von durchkommerzialisierten Partys zu feiern. Aber nicht nur solche Veranstaltungen sind das Ziel von übertriebenen Polizeieinsätzen. Nach dem vorzeitigen Ende einer friedlichen Demonstration gegen Europas größten Naziaufmarsch am 14. Februar, ließ die Stadt nur einen Monat später ein nur wenige Stunden besetztes Haus im an die Äußere Neustadt angrenzenden Hechtviertel durch die Polizei unter dem Einsatz körperlicher Gewalt räumen. Gründe genug, diese Zustände nicht länger widerspruchslos hinzunehmen und wie schon im vergangenen Jahr die Kritik daran auf der Straße sichtbar zu machen.
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Bilder: (aus Indymedia)

http://img42.imageshack.us/img42/1701/cimg5553.jpg
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NPD Leipzig….

NPD-Leipzig ganz weit vorn – NPD – Nationalistisch, rassistisch und doch irgendwie progressiv

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Bis Ende der 90er Jahre waren Nazis einwandfrei erkennbar: Glatze, Springerstiefel, Bomberjacke und alles war klar. Jaja, der Bürger wusste bescheid und wechselte die Straßenseite. Dann gab es die „Nazis in Anzug und Krawatte“. Gefährlich für den Bürger, konnte er die Nazis nun gar nicht mehr erkennen und so auch nicht die Straßenseite wechseln. „Getarnt“ hatten sie sich, diese Nazis.

Mittlerweile tragen sie alles was so „in“ ist. Doch neben den Äußerlichkeiten, änderten sich auch die Inhalte. Ok, Nationalismus, Rassismus, Antisemitismus und Sexismus sind nachwievor noch „in“, aber so ein wenig „weich“ sind sie dann schon geworden. Stichwort: Ethnopluralismus. Doch nun macht die NPD inhaltlich ganz große Sprünge. So tauchen in Leipzig Aufkleber auf – die auf den ersten Blick – wie die übliche Nazipropaganda daherkommen. Sieht mensch genauer hin, wird klar: Die NPD ist ganz weit vorn. Denn auf den Aufklebern steht: „Antifaschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen…“. soweit so altbacken, so geklaut. Doch auch der NPD ist klar, das die Umkehrung der Parolen des „politischen Gegners“, nicht automatisch Sinn machen. Deswegen wird dem Leser auch gleich erklärt, gegen wen sich dieses „Verbrechen“ richtet – nämlich gegen das „deutsche Volk“.

Im Gesamten – und auch nur dann macht diese krude Verkehrung irgendwie Sinn (jedenfalls bei der NPD) – liest sich das dann so: „Antifaschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen am deutschen Volk“. Toll! Und was will uns die NPD damit sagen? Das ist ja wohl klar: Der Antifaschismus richtet sich (per Definition) gegen Faschisten. Laut NPD richtet er (der Antifaschismus) sich aber auch gegen das „deutsche Volk“. Ergo: Die NPD hält das „deutsche Volk“ für Faschisten. Bravo! Diese Erkenntnis hätte der NPD wohl keineR zugetraut. Außerdem, so steht es auf dem Aufkleber, gilt die Forderung „Antideutsche abwählen“. Es ist zwar bis dato unbekannt, wann jemals antideutsche Inhalte zur Wahl standen, bzw. deren Vertreter gewählt wurden, aber so genau nimmt es die NPD da nicht. Die NPD hats begriffen: Das „deutsche Volk“ ist eine Bande von Faschisten. Eine Erkenntnis, die den meisten NPD Wählern wohl nicht schmecken wird, aber von ihnen und ihren Sympathisanten immer wieder unter Beweis gestellt wird. Und hier ist der (etwas zerknitterte) Aufkleber zum angucken:

>>Quelle:http://leipzig.noblogs.org/post/2009/05/17/npd-ganz-weit-vorn< <



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