In Dresden wurde heute der 1. Mai gefeiert. Es gab eine Gewerkschaftskundgebung auf dem Schlossplatz und ein Bürgerfrühstück in der Stadt.

Leider hatte auch die Dresdner NPD zum 1. Mai geladen und eine „antikapitalistische“ Demonstration durchgeführt. Um diesem Entgegenzuwirken gab es eine Kundgebung am „Dr.-Külz_Ring“ welche sehr schnell aufgelöst werden musste und natürlich einen Infostand von „No pasarán Dresden“.
Etwa 150 Nazis folgten in Dresden dem Aufruf der NPD und versammelten sich am Hauptbahnhof, um anschließend durch die Innenstadt und am Stadion vorbei zurück zu marschieren. Eine Protestkundgebung der Antifa am Dr.-Külz-Ring wurde relativ zeitig aufgelöst, um den faktischen Zustand der Einkesselung zu beenden. Kleingruppen waren in der ganzen Stadt unterwegs, schafften es aber nur selten zusammenzukommen und die Nazis mit Gegenparolen zu beehren, dennoch gelang dies an einigen Stellen und so konnte, was am 13./14. nicht gelang, endlich wieder einmal stattfinden: Lautstarker Protest in Sicht und Hörweite der Nazis. An einigen Stellen setzten sich auch jeweils einige mutige Menschen direkt auf die Route, um zu blockieren. Der Koloss der Nazidemo, so lächerlich klein sie auch war, wurde wie immer durch die Polizei verstärkt, die in großen Blöcken voranmarschierte, und die kleinen Sitzblockaden brutal auflöste. Da im Laufe des Tages außerhalb der Innenstadt der eine oder andere Brand entstand, wurde das Klima in der Stadt schnell rauer. Junge, alternativ aussehende Menschen wurden unter Androhung oder Anwendung von Gewalt weggeschickt – teils mit Pferden, Hunden und Faustschlägen; oder bekamen Platzverweise für weite Teile der Stadt. Auch eine Spontandemo am späten Nachmittag vom Hauptbahnhof war Festnahmeaktionen und Schikanen ausgesetzt.
Am Schlossplatz fand eine gut besuchte Maifeier linker Organisationen statt, von Parteien, Gewerkschaften und weiteren Organisationen. Auch No pasarán hatte dort einen Stand, informierte über die Nazidemo und pflegte Kontakte zu anderen Organisationen. Es gab viel Zuspruch, Hinweise und Sympathiebekundungen und die einhellige Meinung, die linken Organisationen und die Antifa müssen zusammen agieren. Viele wussten allerdings nichts vom Naziaufmarsch am selben Tag.
Währenddessen wurden von No pasarán in der Stadt Flugblätter an Anwohner und Passanten verteilt, die von der Nazidemo mitbekommen hatte, oder auch nicht, um den Parolen der NPD Argumente entgegenzusetzen. Da es später durch weiträumige Platzverweise, die zum Teil bereits am Schloßplatz erteilt wurden, nicht mehr möglich war, die Flugblätter direkt an der Nazidemo zu verteilen, wurden damit andere Bereiche der Innenstadt beehrt – immerhin ist es für die NPD der Wahlkampfauftakt und sie sollen weder in den Stadtrat noch in den Landtag wieder gewählt werden, weil die Menschen fälschlicherweise denken, damit etwas gegen die sozialen Missstände und den Kapitalismus zu tun. Das verteilte Flugblatt stellt klar, was es mit den Nazis am ersten Mai auf sich hat, dass die Behauptungen der NPD zum Thema Globalisierung falsch sind und weist auf alternative Handlungsoptionen hin.
(Quelle: http://de.indymedia.org/2009/05/248883.shtml)
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