Archiv für Juni 2009

Nachtrag | NPD-Demo Görlitz | 13. Juni 2009

geschrieben von Antifaschisten_Innen aus Görlitz/Umgebung:

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Am 13.06.09 wollte die NPD in Görlitz eine Demonstration zur Erinnerung an den Arbeiteraufstand vom 17.06.1953 in der damaligen DDR durchführen. An der Mobilisierung mit beteiligt waren auch selbsternannte „Freien Kräfte“ aus Görlitz.

Dagegen formierte sich Protest. Sowohl regionale Antifas, als auch Parteien und Gewerkschaften riefen zu Aktionen gegen die NPD auf.

13.06.09 – Görlitz: Nazi-Demo mit „Rekordbeteiligung“

Am 13.06.09 wollte die NPD in Görlitz eine Demonstration zur Erinnerung an den Arbeiteraufstand vom 17.06.1953 in der damaligen DDR durchführen. An der Mobilisierung mit beteiligt waren auch selbsternannte „Freien Kräfte“ aus Görlitz.
Dagegen formierte sich Protest. Sowohl regionale Antifas, als auch Parteien und Gewerkschaften riefen zu Aktionen gegen die NPD auf.

Zur Nazi-„Demo“…
Um 12 Uhr sollten sich die nationalistischen Massen sich am Bahnhof in Görlitz sammeln, um dann auf einer mehrere Kilometer langen Route durch Görlitz zu marschieren. Dem war dann auch so. Um den weißen VW-Lautsprecher-Bus der NPD-Görlitz sammelten sich ab Mittag 31 Nazis. Mehr wurden es dann auch nicht. Einige verließen die Demo dann noch bevor sie begann, um ganz unauffällig als „Anti-Antifa“ durch die Innenstadt zu schlendern. Nachdem sich die Nazis dann nach eineinhalb Stunden des Wartens davon überzeugt hatten, dass sie vollzählig waren, sollte es dann los gehen. Doch die Polizei war mittlerweile mit dem Zählen der nationalen Massen fertig geworden und hatte festgestellt, dass weniger als 30 Nazis eigentlich auch den Gehweg benützen können und so nicht den Verkehr behindern. Der Lautsprecherwagen der Nazis störte aber auf dem Gehweg natürlich, also wurde er von der Polizei von der Demo ausgeschlossen. Er war nur noch für die Kundgebungen zugelassen. Also ging es dann ohne Lautsprecherwagen los. Den Verlust der Verstärkertechnik versuchten die Nazis dann mit dem Schreien entsprechender Parolen („Die Straße frei der deutschen Jugend“ etc.) wieder auszugleichen. Das ganze ging dann aber nur wenige Minuten, dann war „gemeinsames Schweigen bei zügigem Stadtspaziergang mit Transparent“ angesagt.
An der Spitze der Demonstration waren es die üblichen braunen Aktivisten wie S. Latzel und A. Storr, die das Tempo vorgaben. Der NPD-Funktionär T. Hiekisch hielt das ganze Desaster währenddessen auf Film fest. Seiner Frau war dies wohl ein wenig peinlich, denn sie zog es vor ganz am Ende versteckt hinter der Polizeibegleitung zu laufen. Der „schwarze Block“ wurde diesmal von S. Umlauft und T. Wohlstein gestellt, die sich auch sichtlich Mühe gaben ihre Gesichter zu verstecken und besonders gefährlich auszusehen.
Nach wenigen Stunden war der ganze Spuk dann vorbei. Die Nazis hatten sich wieder in ihre Bunker zurückgezogen oder fuhren nach Geheege bei Rothenburg, um ihre dortige Disko gegen die erwarteten „Antifa-Überfälle“ zu verteidigen. Auf ihrer Internetseite versuchte die NPD das ganze Desaster dann im Nachhinein noch schön zu reden, stellten die gestammelten Reden auf ihre Homepage und träumen von sich selbst als braune Avantgarde.
Und wo waren die anderen? Für die Görlitzer Boot-Boys und ihr Gefolge war Fußball wichtiger. Sie standen gegen den SV Ludwigsdorf auf dem Platz. Vereinzelte unsportlichere Nazis versuchten die Gegendemo zu stören und wurden dabei von der Polizei mitgenommen (s.u).
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Leipzig: Rassismus mit System(-Bauweise)

Text?

Zusammenfassung der Situation rund um die Entscheidung der Stadt Leipzig zur Schließung zweier existenter Asylbewerberheime zugunsten des Bauvorhabens eines neuen in der Wodanstaße 17a. Das Ganze Projekt offenbart die grundlegende rassistische Politik im Zusammenhang mit den AsylbewerberInnen und Flüchtlingen anderer Herkunft.

Am 17. Juni hat der Leipziger Stadtrat, trotz massiver Kritik von Initiativen, Betroffenen und UnterstützerInnen beschlossen, dass die beiden bestehenden Asylbewerberheime zugunsten einer „Asylbewerberunterkunft in Systembauweise, am bereits 2000 – 2006 für den gleichen Zweck genutzten Standort, Wodanstraße 17a“ geschlossen werden.

Derzeit bestehen in Leipzig zwei, zu etwa 60% bewohnte Flüchtlingsherbergen. Eines in der Liliensteinstraße 15a, in dem 109 Menschen „leben“, sowie ein weiteres in der Torgauer Straße 290, in dem 175 Menschen „leben“. Die Stadt Leipzig begründet die „Notwendigkeit“ der Auflösung der beiden bereits bestehenden Asylbewerberheime mit der Feststellung, dass das Führen zweier „nicht voll ausgelasteter Heime“ unwirtschaftlich sei.

Ursprünglich erschien der Stadt, die Schließung des Heimes in der Liliensteinstraße aus „diversen sozialpolitischen Gesichtspunkten“ für sinnvoll, so heisst es in der Begründung:

Im Rahmen einer Analyse der beiden Heime Ende 2008 wurde als einzig möglicher Handlungsansatz die Schließung des Heimes in der Liliensteinstraße 15a […].

( http://linke-bueros.de/linxx_dokumente/1245068655.pdf)
Diese finale Ansicht änderte sich schlagartig, als der Stadt bewusst wurde, dass sich das Heim in der Torgauer Straße auf einem Gewerbegebietskomplex befindet, der evtl. sogar das Interesse eines Investors genießt, so heißt es weiter:

Das Grundstück Torgauer Straße 290, Flurstück 800/1 der Gemarkung Paunsdorf, liegt im Gebiet des Bebauungsplanentwurfs Gewerbegebiet Heiterblick und ist als Gewerbefläche ausgewiesen.

und

Dem Dezernat Wirtschaft liegt eine Bedarfsmeldung eines Investors für eine Ansiedlungsfläche an diesem Standort vor. Ziel ist deshalb, das Asylbewerberheim Torgauer Straße 290 zu schließen, damit diese Fläche als Gewerbefläche für die Erweiterung ansässiger Firmen bzw. durch die Ansiedlung anderer Firmen veräußert werden kann und damit die Schaffung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen gesichert wird. Gleichzeitig sind bei der Flächenveräußerung Einnahmen in Höhe von ca. 500.000 € zu erzielen. Da die Schaffung von Arbeitsplätzen oberste Priorität für die Stadt Leipzig hat […]

( http://linke-bueros.de/linxx_dokumente/1245068655.pdf)
Weiterlesen auf Indymedia: Klick

Auswertung | Antifa-Demo am 20. Juni – Freiberg

Neben dem folgenden Kurzbericht ist auch ein detaillierterer Artikel von der antifaschistischen Gruppe Freiberg erschienen. Deshalb verweisen wir auf diese Seite.

Text?

Am Samstag, den 20. Juni 2009 um 13:00 Uhr, versammelten sich ca. 200 Antifaschisten_innen in Freiberg. Sie folgen den Aufruf zur antifaschistischen Demonstration und Partykundgebung, welche unter dem Motto „progress in mind[s]“ von der antifaschistischen Gruppe Freiberg organisiert wurde. Die Aktion begann leider mit einer Stunde Verspätung.

Kurz und auswertend kann man sagen, dass die Demonstration und die Kundgebung ein Erfolg war und dass sich Bürger für das Infomaterial, welches verteilt wurde, interessierten. Desweiteren wurden beim Flyer verteilen 2 Antifaschisten_innen in Gewahrsam genommen. Doch nach einer Aufforderung der Demonstranten, wurden die Ingewahrsam-Genommenen wieder freigelassen.

Mit der Demonstration und der Kundgebung konnten wir auf die Missstände in Freiberg, in Sachsen und auch in der gesamten Gesellschaft aufmerksam machen, welche unter Anderen in dem Aufruf der AGF beschreiben sind.
Beispeilsweise dieser Teil des Aufrufes:

Im Zuge des Schlossplatzumbaus wird das „Waffen Army Shoes“ von dort verschwinden und Schneider sich nach einem neuen Standort umsehen müssen. Unsere Forderung ist einfach: keinen (neuen) Raum für das Geschäft und seine menschenverachtende Propaganda. Nazis und ihr Lifestyle müssen als Problem wahrgenommen werden – nicht wegen des Imageschadens, sondern aufgrund der Inhalte, die er verbreitet.

progress in mind[s]

Allerdings sind auch Naziläden nur Symptome falscher gesellschaftlicher Verhältnisse. Die stillschweigende Akzeptanz der Mehrheitsgesellschaft und deren Alltagsrassismus, deren Fetischdenken und deren Verwertungslogik sind der Nährboden, auf dem auch in Freiberg Nazis marschieren können, auf dem Menschen bedroht und zusammengeschlagen und Asylsuchende abgeschoben werden. Ohne Kritik am Normalbetrieb können wir das Problem menschenverachtender Naziideologien nicht erfassen.
Das Glücksversprechen einer freien Gesellschaft hingegen, kann nur jenseits kapitalistischer Verwertung erfüllt werden. Dabei geht es uns letztendlich um eine solidarische Welt, die frei ist von Rassismus und Antisemitismus, frei von Sexismus und anderer Diskriminierung jeder Art, frei von Zwang und Autorität und die es jedem und jeder Einzelnen ermöglicht, aus Zwangskollektiven jeglicher Art auszubrechen, um ohne Angst verschieden sein zu können.
[…usw…]

Doch letztendlich kann man die Demo und die Kundgebung als sehr gelungen betrachten, da diese auch super organisiert wurden. Auch für die Verpflegung wurde mit veganen Hamburgern gesorgt.

Leider sind hier in unserer Region immer noch zu wenig Menschen bereit auf solche Demonstrationen und Kundgebungen zu erscheinen. Daher möchten wir Jugendliche und auch Erwachsenen dazu motivieren auf die Straße zu gehen und sich gegen die Miseren des Staates zu äußern.

antifaschistischer Widerstand – Es gibt kein ruhiges Hinterland

Bilder wurden weiterhin auf der Antifa Freiberg-Homepage veröffenlicht.
Zu den Bildern…! [Nach unten Scrollen!]

Bilder:
(aus dem Web-Blog der Antifaschisten aus Freiberg)

http://afg.blogsport.de/images/so.JPG

http://afg.blogsport.de/images/2.JPG

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