Archiv für Oktober 2009

NPD-Parteitag in Limbach-Oberfrohna abgehalten

Limbach-Oberfrohna: NPD Landesparteitag

Heimlich wie für die NPD üblich hielt der NPD Landesverband Sachsen am vergangenen Sonntag seinen Personalparteitag ab. Erst nach dem Ende der Veranstaltung machte dies die neonazistische Partei öffentlich. Als Austragungsort fungierte erneut die Gaststätte „Mannheim“ in Limbach-Oberfrohna. Neuer Landesvorsitzender ist der Fraktionsvorsitzende der sächsischen NPD, Holger Apfel.

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Gegen 19 Uhr war es vorbei. Wie bei neonazistischen Veranstaltungen üblich, wurde vorher nicht bekannt gegeben, wo der Pateitag stattfinden werden würde. So konnte man auch diesmal unter sich bleiben, fernab der Öffentlichkeit und Medien. Dies ist keine neue Vorgehensweise für die NPD, denn erst im März fand in derselben Gaststätte ein Rednerduell zwischen den amtierenden NPD-Bundesvorsitzenden Udo Voigt und seinem damaligen Herausforderer Udo Pästors (NPD-Fraktionsvorsitzender im Schweriner Landtag) statt, zu der wohl ähnlich wenige Bürgerinnen und Bürger gefunden haben dürften. Damals trat das „Freie Netz (FN) Nordsachsen“ als Initiator für die NPD-Veranstaltung auf. Den Schutz des Parteitages übernahmen, wie zu erwarten war, wieder die Neonazis des „Freien Netzes“ und aus dessem Umfeld, welche teilweise selbst aus Sachsen-Anhalt eigens dafür anreisten. Etwas zu tun hatten sie jedoch nicht. So standen sich die Ordner eher die Beine in den Bauch und erfreuten sich ihrer Funkgeräte.

Holger Apfel kündigte, laut Angaben der NPD, einen „Dauerwahlkampf“ und „Jugendoffensiven“ an. Was damit gemeint ist, zeigte der Wahlkampf 2009 sehr deutlich: In einer „Materialschlacht“ sollen öffentliche Räume von der NPD besetzt werden. Damals waren sachsenweit ganze Straßenzüge mit hunderten Plakaten der neonazistischen Partei beklebt worden. Trotz der allgegenwärtigen Wahlwerbung der Neonazis verloren sie gut 90.000 Stimmen bei der Landtagswahl und konnten ihr Ergebnis von 2004 nicht annähernd erreichen. Was unter „Jugendoffensiven“ zu verstehen sein wird, kann man zur Zeit nur mutmaßen. In den letzten Jahren war mehr als Demonstrationen und Merchandisematerial von der NPD nicht zu erwarten, so waren ihre Versprechungen für Jugendliche auch eher dürftig in die Realität umgesetzt worden.

Auch der für die Jungen Nationaldemokraten (JN) Verantwortliche Tommy Naumann aus Leipzig hielt in Limbach-Oberfrohna seinen Rechenschaftsbericht über die Arbeit der JN. Naumann war erst letzte Woche als Anmelder der Demonstration „Recht auf Zukunft“ in Leipzig in Erscheinung getreten. Durch das aggressive Verhalten der TeilnehmerInnen wurde die Demonstration von der Polizei aufgelöst, noch bevor die Neonazis loslaufen konnten. Derzeit finden Ermittlungen gegen alle der über 1.300 Teilnehmerinnen statt, für die eigens eine Soko „Neonazis“ gegründet wurde.

Personaltechnisch gab es wenige Änderungen. Neuer Vorsitzender der Sachsen NPD wurde Holger Apfel, der den seit 1996 amtierenden Vorsitzenden Winfried Petzold ablöste. Dieser stellte sich nach Angaben der NPD nicht mehr zur Wahl. So gab es neben Apfel keine weiteren Kandidaten für den Landesvorsitzenden. Stellvertreter wurden Dr. Johannes Müller (Sächsische Schweiz-Osterzgebirge), Helmut Herrmann (Leipzig) und Mario Löffler (Erzgebirge). Landesschatzmeister wurde der NPD-Landtagsabgeordnete Alexander Delle.
Als Beisitzer wurden gewählt: Hartmut Gliemann (Sächsische Schweiz-Osterzgebirge), Holger Szymanski (Dresden), Arne Schimmer (Dresden), Maik Scheffler (Nordsachsen), Katrin Köhler (Chemnitz), Jens Baur (Dresden), Jürgen Gansel (Meißen), Andreas Storr (Görlitz), Frank Lüdke (Bautzen), Stefan Hartung (Erzgebirge).

Mit dem Parteitagsergebnis macht die NPD Sachsen deutlich, dass sie ihren bisherigen Kurs weiterverfolgen möchte. Dabei hat sie insbesondere die Rolle des neuen Landesvorsitzenden Holger Apfel kräftig gestärkt. Ebenso offenbar ist, dass sie versucht, Neonazis aus dem Spektrum des militanten und aktionistischen „Freien Netzes“ einzubinden. Immerhin ist der neue Beisitzer im Landesvorstand Maik Scheffler ein altbekannter Kader dieser eigentlich „parteifreien“ Struktur.

Bilder: Hier.

Gefunden bei Indymedia und geschrieben von der Recherche Ost.

„Roter Stern Leipzig“ erhebt Vorwürfe gegen Polizei

Fußballclub erhebt schwere Vorwürfe gegen Leipziger Polizei

Nach den brutalen Übergriffen von Neonazis auf Leipziger Fans haben Politiker und der betroffene Verein die Polizei scharf kritisiert. Die weist die Vorwürfe vehement zurück und hat eine Ermittlungsgruppe gegründet. Einem schwerverletzten Fan geht es inzwischen besser.

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Hamburg – „Der Schock sitzt bei uns noch immer tief“, sagte eine Sprecherin von Roter Stern Leipzig (RSL) zwei Tage nach dem Überfall von rund 50 Rechtsextremisten während eines Amateur-Fußballspiels im sächsischen Brandis. Die Verantwortlichen des Clubs, der für seine politisch linksgerichteten Fans bekannt ist, werfen der Polizei vor, sie habe den Verein und seine Anhänger im Stich gelassen. „Wir fragen uns, warum weder Polizei noch der gastgebende Verein für die Sicherheit während der Partie Sorge tragen konnte.“

Eine ähnliche Frage richtet auch Juliane Nagel vom Landesvorstand der Partei Die Linke an die Sicherheitsbehörden: „Die Polizei muss sich fragen lassen, warum sie die Sicherheit bei dem Spiel nicht gewährleisten konnte, obwohl es im Vorfeld Anzeichen dafür gab, dass es zu Störungen kommen könnte, die sich explizit gegen Mannschaft und Fans des Roten Stern Leipzig richten.“ Die grüne Bundestagsabgeordnete Monika Lazar geht gar einen Schritt weiter: „Sollte sich der Verdacht bestätigen, dass die Polizei vorab über einen möglichen Angriff informiert war, müssen Konsequenzen gezogen werden.“

Die Polizei weist die Vorwürfe weit von sich: „Eines kann ich Ihnen versichern, und das betrifft nicht nur unsere Direktion, sondern die gesamte sächsische Polizei: Wenn wir Hinweise bekommen für solche Straftaten, Überfälle oder Ähnliches, dann reagieren wir. Da gibt es gar keine andere Frage“, sagte Michael Hille, Sprecher der Polizeidirektion Westsachsen, dem MDR. Zehn Ordner und vier Polizisten waren am Samstag zunächst auf dem Platz. Erst als die Situation eskalierte, rückten mehr Kräfte an. Zuvor waren bei dem Angriff auf Fans und Spieler drei Menschen verletzt worden, einer davon schwer. Bei der Auseinandersetzung wurden Latten, Eisenstangen und Feuerwerkskörper verwendet.

Polizei gründet Ermittlungsgruppe

Mittlerweile wurde eine achtköpfige Ermittlungsgruppe gebildet. „Gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft ermitteln wir wegen schweren Landfriedensbruchs und gefährlicher Körperverletzung – zunächst gegen Unbekannt“, so Hille. Die Fahnder rechnen die Angreifer dem rechtsextremen Milieu zu. „Wir gehen davon aus, dass ein politischer Hintergrund da ist“, sagte Hille. Auch der Club habe Anzeige gestellt, sagte eine RSL-Sprecherin auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE. Dem ausrichtenden Verein attestiert die RSL-Sprecherin „eine gehöriges Maß an Naivität. Teile des FSV Brandis müssen davon gewusst haben. Schließlich wurde die Gruppe der Rechtsradikalen vom Stadionsprecher angekündigt. Es wäre die Pflicht des Clubs gewesen, eine entsprechende Sicherheitskonferenz im Vorfeld einzuberufen“.

Das sieht der Leipziger Fußballverband offenbar ähnlich, zumal ein als rechtsradikal bekannter Brandis-Ordner den Schlägern über eine Seitentür Zugang zum Gelände verschafft haben soll. Der Verband wolle nun prüfen, ob das „Risikospiel ordnungsgemäß“ von Verein und Polizei vorbereitet wurde, sagte der Präsident des sächsischen Fußball-Verbandes, Lutz Mende. „Man muss in Vereinen darauf achten, dass Menschen rechtsradikaler Gesinnung dort nicht mitwirken.“ Für Thomas Knopf, Trainer des Roter Stern Leipzig, steht eines bereits fest: „Ohne dem Sportgerichtsurteil vorgreifen zu wollen – wir fahren da auf keinen Fall wieder hin, auch nicht die nächsten Jahre.“

Ich habe in die Gesichter von 50 Mördern geguckt

Die Verantwortlichen des FSV Brandis räumen Versäumnisse ein: „Wir haben über einen Seiteneingang die keulenden Truppen auf das Gelände des Sportplatzes gelassen, was sich als Fehler herausstellte“, sagte Gerd Große, Vereinssprecher des FSV 1921 Brandis, dem MDR: „Aber wir schätzen es so ein, dass die so aufgebracht waren, dass wir sie auf keinen Fall hätten aufhalten können. Die waren so was von aggressiv, dass wir keine andere Möglichkeit sahen, als sie auf der rechten Seite hereinzulassen“, so Große, dem die Fassungslosigkeit deutlich anzusehen war: „Ich habe in die Gesichter von 50 Mördern geguckt.“

Immerhin eine positive Nachricht gibt es: Dem RSL-Fan, der nach der Randale auf der Intensivstation mit schweren Gesichts- und Augenverletzungen behandelt werden musste, geht es wieder besser. Laut RSL-Sprecherin habe er mehrere Gesichtsfrakturen erlitten, darunter auch einen Jochbeinbruch: „Sein Augenlicht konnte aber gerettet werden“, so die Sprecherin.

Weitere Bilder vom Übergriff: http://www.spiegel.de/fotostrecke/fotostrecke-48138.html

(Quelle: http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,657446,00.html – Bildquelle: http://www.spiegel.de/images/image-26534-galleryV9-sona.jpg)

Roter Stern Leipzig von Nazis angegriffen

Pressemitteilung vom 24.10.2009
Roter Stern Leipzig ´99 e.V.

Beim Auswärtsspiel des Roten Stern Leipzig (RSL) am 24.10.2009 beim FSV Brandis kam es zu einem gewalttätigen Angriff von ca. 50 Personen gegenüber den Spielern, Verantwortlichen und Fans des RSL. Die Angreifer sind dem neonazistischen Spektrum zuzuordnen.

Auf Nachfrage schilderten Verantwortliche des FSV Brandis und eingesetzte Polizisten, dass sie bereits im Vorfeld Erkenntnisse hatten, dass Nazis zum Spiel anreisen wollten. Dennoch konnten die Vereinsordner und die wenigen anwesenden Polizisten nicht die Sicherheit gewährleisten. Im Vorfeld der Partie stattgefundene Gespräche zwischen dem FSV Brandis und der Polizei führten nicht zu einer Aufstockung der Einsatzkräfte.
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/de/c/c2/Roter_Stern_Leipzig_Logo.jpg
Kurz vor Spielbeginn wurden Fans des RSL durch Lautsprecherdurchsagen gebeten, eine Seite des Sportplatzes zu räumen, weil „die Dummen noch kommen“. Auffällig ist in diesem Zusammenhang, dass ein Brandiser Ordner der angreifenden Personengruppe einen separaten Eingang öffnete, sich daraufhin vermummte und an den Auseinandersetzungen auf Seiten der Nazis teilnahm.

Nach dem unkontrollierten Betreten des Sportplatzes bewaffneten sich die Angreifenden mit Eisenstangen, Steinen und Holzlatten, die auf dem Sportplatz deponiert waren. Dieser Umstand lässt auf einen geplanten Angriff schließen.

Für eine vorzeitige Planung der Aktion spricht zusätzlich die Teilnahme von einschlägig bekannten Neonazi-Aktivisten. Die politische Motivation des Angriffes ist durch die Rufe der Angreifer „Scheiß Zecken“ und „Scheiß Rote“ belegt.

Mit Anpfiff des Spiels warfen die zum Teil vermummten Personen pyrotechnische Erzeugnisse, Steine und zusätzlich eine Flasche, die mutmaßlich mit einer brennbaren Flüssigkeit gefüllt war, in die Reihen der RSL-ZuschauerInnen.

Daraufhin kam es zu Jagdszenen, sofort wurden wahllos die Fans des Roten Sterns mit den bereitgestellten Gegenständen angegriffen. Die Fans wichen zurück, wurden aber durch die baulichen Gegebenheiten des Sportplatzes in die Enge gedrängt. Man musste sich bis zum Eintreffen der Polizei selbst schützen und erwehrte sich den Angriffen. Im Zuge der Angriffe wurden drei Personen schwer, und weitere Personen verletzt. Zur Zeit werden die Schwerverletzten in Krankenhäusern behandelt.

Durch den Neonaziangriff wurde die Partie nach zwei Minuten abgebrochen.

Trotz der Erkenntnisse waren unverständlicher Weise nur wenige Polizeibeamte vor Ort. Erst nach einer halben Stunde kamen weitere Beamte zum Ort des Geschehens.

Die angreifenden Neonazis zogen sich nach ihrem Angriff in den Ort zurück. Bereits bei Ankunft in Brandis konnten mehrere Neonazis vor einem Lokal auf dem Marktplatz ausgemacht werden.

Wir gehen davon aus, dass die Polizei die zahlreichen Hinweise über den Aufenthaltsort der Angreifer im Nachgang der Geschehnisse zum Anlass genommen hat, um die Identitäten festzustellen. Weiterhin erhoffen wir uns, dass – wie auf Nachfrage bestätigt-, die Vereinsverantwortlichen von Brandis, die ihnen bekannten Personen aus der angreifenden Gruppe identifizieren. Wir fragen uns, warum weder Polizei noch der platzbauende Verein für die Sicherheit während der Partie Sorge tragen konnten.

Roter Stern Leipzig ´99 e.V.

Augenzeugenbericht:

Zum – anscheinend – gut organisierten Überfall vermummter Nazis auf Fans von Roter Stern Leipzig während eines Auswärtsspiels beim FSV Brandis dokumentieren wir hier einen ersten kurzen, per Mail eingegangenen Bericht eines Augenzeugen.

noch etwas geschockt und wütend bin ich gerade aus brandis zurück, wo wir heute auswärts antreten sollten. dazu kam es nicht wirklich, denn zwei minuten nach anpfiff stürmten 50 vermummte nazis mit eisenstangen, pyros und allerlei anderen utensilien den platz und es trug sich eine ungefähr 10-minütige konfrontation zwischen stern-fans und nazis zu, die von den vier anwesenden verkehrspolizisten (!) natürlich in keinster weise aufgelöst werden konnte.
nach heftigen szenen konnten wir die nazis aber vom sportgelände zurückschlagen. fazit: drei verletzte (teils schwer) sterne-fans.

das brisante an der sache ist nun aber, dass schon im vorfeld gerüchte über einen nazi-angriff auf uns kursierten. die polizei wusste dies – und wollte aus personalmangel aber keine leute bereitstellen. erst eine halbe stunde nach dem überfall traf eine hundertschaft in brandis ein. außerdem haben mehrere augenzeugen beobachten können, dass einer der ordner des heimvereins den nazis den zugang zum sportgelände ermöglichte, kurz vor den auseinandersetzungen die ordner-binde abnahm und während der schlägerei auf seiten der nazis mitmischte.

ich kann dir sagen, so eine qualität habe ich noch nicht wirklich erlebt.

http://www.sportswire.de/?p=1257

Nun ein verweis zum Artikel des MDR:
Klick



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