Leipzig: Nationales Zentrum Geentert

Die nationale Trutzburg in der Odermannstrasse in Leipzig wurde geentert. Die stolze Bundesfahne die vom Dach aus versuchte die Lufthoheit über Lindenau zu erflattern durfte dabei endlich ihren Dienst einstellen.

Text?

Doch nun mal kurz ernst. Im November 2008 eröffnete in der Odermannstrasse 8 in Leipzig Lindenau ein Phantom. Offiziell als Abgeordnetenbüro des Landtagsabgeordneten W. Petzold (NPD) bezeichnet, war lange Zeit nicht klar, was sich auf dem Grundstück und in den Gebäuden hinter dem 2,5 meter hohen Wellblechzaun verbarg. Die 24-7-Bewachung des Grundstücks, die in den ersten Monaten Hooligans von Blue Caps übernommen hatten wurde in den Wintermonaten aufgegeben. Auch die Übergriffe auf nicht-Rechte aus dem Nazizentrum wurden seltener.

Gleichzeitig ist inzwischen klar, dass der ‚nationale Stützpunkt‘ für die regionale rechte Szene zu einer zentralen Infrastruktur geworden ist. So diente das Nazizentrum beispielsweise häufig als Veranstaltungsort für Nazivorträge und Konzerte, als Pennplatz für die grandios gescheiterte Demonstration ‚Recht auf Zukunft‘ [sic!], als Ort zur Koordinierung des Sicherheitskonzepts für den Naziaufmarsch zum 13. Februar diesen Jahres und anderes. Andererseits sind seit der Eröffnung zwischen ein und zwei Jugendcliquen aus dem Kiez ‚hinter dem Zaun verschwunden‘ und für die lokalen SozialarbeiterInnen nicht mehr zu erreichen. Das zeigt, dass die Nazis dort durchaus in der Lage sind mit ihren Angeboten Jugendliche zu ködern.

Das Nazizentrum in der Odermannstrasse ist also entgegen dem äußeren Anschein recht aktiv. Schon seit Monaten hatte es auf dem Dach die Reichsflagge gehisst. Kürzlich wurde sie durch die bundesrepublikanische deutsche Fahne inklusive Vogel ersetzt, vielleicht zu Marketingzwecken? Wie sich das mit ‚BeeRDigen‘ verträgt wird wohl ein Geheimnis der ‚echten und einzigen Opposition‘ bleiben. Die Flagge wurde jedenfalls fachgerecht entsorgt. Damit kann sich möglicherweise das Sicherheitsempfinden der Nazis in ihrer Trutzburg verringert haben. Jedenfalls können die Lindenauer Bürgerinnen und Bürger ohne das aufdringliche Geflatter wieder freier atmen und einer frohen Zukunft entgegensehen.

Nazizentren zu pinken Kratern.

http://de.indymedia.org/2010/04/278630.shtml


1 Antwort auf “Leipzig: Nationales Zentrum Geentert”


  1. Gravatar Icon 1 V-Frau 27. März 2011 um 1:28 Uhr

    V-Mann wirbelt Nazi-Zentrum in Leipzig auf

    Neuen Erkenntnissen zufolge wurde seitens des sächsischen Innenministerium in Verbindung mit dem Staatsschutz vor mehr als zwei Jahren ein verdeckter Ermittler ins Nazi-Zentrum in der Odermann-Strasse 8 in Leipzig eingeschleust, um die Leipziger Naziszene ordentlich aufzumischen. Offensichtlich gelang es ihm, die Nazis in zwei Lager zu teilen, in dem er einen großen Teil der „freien Kräfte“ für sich, gegen die Leipziger NPD, vereinnahmen konnte. Dem Ziel, der Selbstaufgabe des Nazitreffs ist man so ein großes Stück näher gekommen.
    Wie wir heute erfahren haben, kam es am 26. März 2011 während einer Naziveranstaltung hinter dem Zaun der Nazis zum handgreiflichen Eklat, infolgedessen die Kluft zwischen NPD und anderen Nazis stark vertieft wurde. Nach unseren Einschätzungen löst sich das Problem Nazi-Zentrum in Leipzig bald von selbst.

    Quelle: Indymedia/Antifa/Demo gegen Aufmarsch von Holocaustleugnern/Ergänzungen

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