Rassistischer Mord in Leipzig???

Mord in Leipzig – Kamal K. wäre das 6. Todesopfer rechter Gewalt in Leipzig seit 1990

Die genauen Umstände des gewaltsamen Todes von Kamal K. in der Nacht vom 23. auf 24.10.2010 beginnen sich zu lichten. Ein rassistischer Hintergrund kann nicht ausgeschlossen werden und liegt zu allem Überfluss sehr nah. Einer der mutmaßlichen Täter ist bereits im Zusammenhang mit einer neonazistisch motivierten Straftat aufgefallen. Zudem trug er bei der Festnahme einen Pullover über dem Gesicht mit der Aufschrift: „Kick off Antifascism“.

Der 19-jährige, aus dem Irak stammende Kamal K.war in jener Nacht auf dem Weg zu der Wohnung in der Nähe des Leipziger Hauptbahnhofes, in der er mit seiner Familie wohnt. Doch dort sollte er nie ankommen. Die Täter Daniel K. (28) und Marcus E. (32) hielten sich in der Parkanlage vor dem Bahnhof auf, als Kamal, eine Freundin von ihm und eine weitere Person die Anlage durchquerten. Daniel K. und Marcus E. begannen daraufhin die Gruppe zu beschimpfen. Bei der Auseinandersetzung stürzten sich beide auf Kamal, welcher kurz darauf mit einer tiefen Schnittwunde im Bauch zusammenbrach.
Der Tot eines Menschen ist für die Betroffenen immer schmerzhaft. Wenn es sich um einen politisch motivierten Mord, um ein Hassverbrechen handelt, wird ein solcher Fall zur öffentlichen Sache und nimmt die gesamte Gesellschaft in die Verantwortung. Diskriminierungsdenken führt regelmäßig zur Verletzung der körperlichen Unversehrtheit von Menschen die von einer gesetzten Norm abweichen. In den vergangenen Jahren verzeichneten die Beratungsstellen für Betroffener rechts motivierter und rassistischer Gewalt sachsenweit 400 im Jahr 2008, 263 im Jahr 2009 bzw. 120 im 1. Halbjahr 2010 entsprechende Übergriffe. Betroffen waren in erster Linie MigrantInnen und nicht-rechte Jugendliche.
Fünf Menschen wurden in Leipzig seit 1990 ermordet, weil sie einen Migrationshintergrund hatten (Achmed B. 1996, Nuno L. 1998 ), weil sie homosexuell (Bernd G. 1996) oder sozial benachteiligt (Klaus R. 1994, Karl-Heinz T. 2008) waren.
Sollte auch Kamal K. Aufgrund rassistischer Motive zu Tode gekommen sein, bedarf es nicht nur einer diesem Tatmotiv entsprechenden Verurteilung und Bestrafung der Täter, dann muss sich auch die Gesellschaft positionieren. Das Problem sind nicht nur die, die das Messer zücken und zustechen, sondern ein gesellschaftliches Klima, das durch Rassismus und Ausgrenzungsdenken geprägt ist sowie eine Politik, die Rassismus produziert.

Unser tiefstes Mitgefühl gilt der Familie und den FreundInnen des Ermordeten.


3 Antworten auf “Rassistischer Mord in Leipzig???”


  1. Gravatar Icon 1 jo 02. November 2010 um 0:21 Uhr

    bitte macht den mord nicht zu euerm aushängeschild gegen rechts
    ich bin gegen rechts
    aber zeigt ein wenig respekt davor

  2. Gravatar Icon 2 Dorftrottel 05. November 2010 um 14:54 Uhr

    Was will denn diese halbe keule hier?
    Respekt vor nazis oder vor wem bitte? höchstens resepkt den opfern rechter gewalt gegenüber!

  1. 1 Aponaut Trackback am 27. Oktober 2010 um 3:25 Uhr
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