Archiv für Juni 2011

Pressemitteilung der Sozialen und Politischen Bildungsvereinigung Limbach-Oberfrohna e.V. zu den Vorfällen am Pfingstwochenende

Freitagnachmittag befanden sich alternative Jugendliche auf der Sachsenstraße und halfen dort beim Ausbau von Räumlichkeiten. In regelmäßigen Abständen sahen sie größere Gruppen, welche an ihnen provokant vorbeizogen. Diese machten sich durch Pöbeleien, welche sich gezielt gegen die Helfer richteten und politische Parolen, wie „Sieg Heil“ und „Nationaler Sozialismus – jetzt!“ als gewaltbereite Nazis bemerkbar.
Gegen Abend versuchte eine gewaltbereite Gruppe von circa 10 bis 15 Rechten ein Auto eines Alternativen aus Limbach-Oberfrohna zu attackieren. Diese Gruppe war teils vermummt und mit Stangen und Holzlatten bewaffnet. Glücklicherweise konnten die Insassen des Autos knapp entkommen. Unmittelbar darauf bewegte sich diese Gruppe Richtung Sachsenstraße, um weitergehend körperliche Auseinandersetzungen zu suchen. Deshalb wurde versucht, den Präventionsbeauftragten der Stadt Limbach-Oberfrohna, Herrn Dietrich Oberschelp, anzurufen, da er angeboten hatte, in solchen Situationen zu unterstützen. Jedoch war dieser nicht erreichbar – wie es schon oft vorkam. Daraufhin wurde die örtliche Polizeidirektion verständigt, um Weiteres zu verhindern. Dieser Anruf wurde jedoch mit der Argumentation „was sollen wir jetzt tun?“ abgetan.
Erst beim zweiten Anruf bekamen die Betroffenen von den Beamten Gehör. Ein halbe Stunde später und dreimaligem Vorbeilaufen der aggressiven Gruppe traf die Polizei mit lediglich einem Streifenwagen ein. Während sich die Personen aus der Sachsenstraße mit der Polizei unterhielten, befanden sich mehrere Nazis in unmittelbarer Nähe und pöbelten lautstark weiter – ignoriert von der Polizei. Kurze Zeit später verließen die Beamten den Ort des Geschehens und die Nazis zogen weiter durch die Stadt – dies ging bis Nachts um vier Uhr. (mehr…)

Kamal K.: ein „unpolitischer“ Mord? Aufruf zu antirassistischen Aktionen und kritischer Prozessbeobachtung

Der 19-jährige Kamal K. wurde in der Nacht vom 23. auf den 24. Oktober 2010 im Park am Willy-Brandt-Platz erstochen. Die Staatsanwaltschaft Leipzig hat gegen Marcus E. (32) Anklage wegen des Tatverdachts der gefährlichen Körperverletzung und des Totschlags erhoben. Bei seinem Kumpanen Daniel K. (28) geht es um den Tatverdacht der gefährlichen Körperverletzung. Am 17. Juni wird der Prozess gegen die beiden Täter vor dem Landgericht eröffnet.

Der Initiativkreis Antirassismus mobilisiert zum Tag des Prozessauftaktes vor das Landgericht, um Solidarität mit Familie und FreundInnen von Kamal zu zeigen und Rassismus jeder Couleur entgegenzutreten. Mit einer antirassistischen Demonstration soll im Vorfeld ein unmissverständliches Zeichen in Richtung von Justiz und Öffentlichkeit gesetzt werden!

Aktionen zum Prozess

* Antirassistische Demonstration: Montag, 13. Juni,
17.30 Uhr, Auerbachstr. (Ecke Wolfgang-Heinze-Str.,
Connewitz)
* Mahnwachen: an allen Prozesstagen, jeweils von
9 bis 15 Uhr, angemeldet als Kundgebungen

Prozesstermine (weitere Tage können hinzukommen)

* Freitag, 17. Juni
* Freitag, 24. Juni
* Montag, 4. Juli
* Donnerstag, 7. Juli
* Freitag, 8. Juli

Prozessbeobachtung

Wir rufen AntirassistInnen zur durchgängigen Prozessbeobachtung auf. Das bedeutet nicht nur eine Stärkung der Angehörigen und FreundInnen Kamals, sondern soll auch zu einer kritischen Öffentlichkeit beitragen, die solche Taten nicht unbekümmert geschehen lässt.

Die Verhandlung ist öffentlich, wird aber vermutlich unter verschärften Sicherheitsbedingungen ablaufen. Lasst euch davon nicht abschrecken! Wer nicht in den Verhandlungssaal kommt, kann sich bei den zeitgleichen Mahnwachen mit der Familie Kamals solidarisch zeigen. Verhandelt wird jeweils vor dem Landgericht Leipzig in der Harkortstr. 9 (gegenüber Bundesverwaltungsgericht).

Aufruf des Initiativkreises Antirassimus Leipzig

Was ist passiert?

Über den Tathergang und die Umstände der Ermordung Kamals ist öffentlich bereits spekuliert worden, inklusive Falschinformationen und kaum vermeidbaren Mythen. Deswegen wollen wir zunächst die Fakten offenlegen, welche wir von Kamals Familie und FreundInnen über die Ereignisse der Oktobernacht erfahren haben:

In der Nacht zum 24. Oktober hat Kamal mit seiner Freundin und einem Kumpel Diskotheken in der Leipziger Innenstadt besucht. Im Laufe des Abends kam es zu einem Streit zwischen Kamal und seiner Freundin, die deswegen den Heimweg antreten wollte. Alle drei begaben sich Richtung Hauptbahnhof, doch kurz vor dem Ziel flammte der vorige Streit des Paares erneut auf. Ihr Begleiter setzte sich auf eine Bank im Park vor dem Hauptbahnhof, um abzuwarten, bis sich die Wogen geglättet haben.

In diesem Moment tauchten Marcus E. und Daniel K. auf, setzten sich zu Kamals Freund und versuchten, ein Gespräch über das streitende Paar zu beginnen. Als Kamal dies bemerkte, unterbrach er seinen Disput, ging auf die Männer zu und fragte, ob es Probleme gebe. Die Antwort von Marcus E. und Daniel K.: „Ja, wir haben ein Problem, mit dir!“ Schnell kam es zu einer verbalen Auseinandersetzung, schließlich zu Handgreiflichkeiten: Marcus E. und Daniel K. schlugen auf Kamal ein, letzterer besprühte Kamal mit Pfefferspray, der dadurch die Sicht verlor und sich nicht weiter verteidigen konnte. Daraufhin riss Marcus E. Kamal zu Boden und stach ihm mit einem Messer mehrfach in den Bauch. (mehr…)



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