Archiv für Januar 2012

Pressemitteilung: Vernetzungsplattform „Netzwerk 360 Grad“ geht online. Zusammenschluss verschiedener Zivilgesellschaftlicher Initiativen und Vereine in der sächsischen Provinz.

Seit Anfang Januar 2012 stellt sich das neugegründete „Netzwerk 360 Grad“ mit einer eigenen Internetseite (www.netzwerk-360-grad.org) der breiten Öffentlichkeit vor. Entstanden ist diese Vernetzungsplattform aus den Überlegungen verschiedener politisch Engagierter, die sich in Sachsen abseits der Großstädte gegen Diskriminierung einsetzen. Dazu äußert sich Pressesprecher Daniel Drescher, welcher selbst für ein demokratisches Klima in Limbach-Oberfrohna aktiv ist, wie folgt: „Unser Ziel ist es, Gleichgesinnte zusammenzubringen und sowohl kulturelle als auch politische Arbeit voranzutreiben. Leider ist es in Sachsen so, dass viele Gegenden von Neonazis dominiert werden. Dem wollen wir hiermit entgegenwirken.“

Auf der Internetseite stellen sich verschiedene Initiativen und Vereine vor, die bis jetzt aktiv zusammenarbeiten. „Gern können sich hier auch noch andere einbringen. Wir sind ein offener Zusammenschluss und prinzipiell interessiert an einer Zusammenarbeit mit verschiedensten Menschen und Organisationen“, so Kati Voigt aus Döbeln, ebenfalls Pressesprecherin vom „Netzwerk 360 Grad“.

Im nächsten Jahr plant das Netzwerk jeden Monat eine Veranstaltung in einem anderen Ort. Los geht es am 28.01.2012 in Grimma. Diese Veranstaltung wird zusammen vom Netzwerk 360 Grad und Netzwerk Naunhof organisiert. Der Abend wird mit einer Informationsveranstaltung zu den Naziaufmärschen in Dresden im Februar 2012 beginnen. Anschließend werden drei Bands spielen. Es wird diverse Infostände, eine Ausstellung und auch eine Soli-Cocktailbar geben. Wer sich weiter informieren möchte, schaut am besten auf www.netzwerk-naunhof.org.

Beteiligte Initiativen und Gruppen:
Bon Courage e.V. Borna
Treibhaus e.V. Döbeln
ARID – Anti-rassistische-Initiative-Döbeln
Freiraum e.V. Burgstädt
solid e.V. Mittelsachsen
Initiative für ein weltoffenes Geithain
Chronik LE
Soziale und Politische Bildungsvereinigung Limbach-Oberfrohna e.V.
IgI – Initiative gegen Isolation Landkreis Leipzig
Förderverein für Jugendkultur und Zwischenmenschlichkeit e.V. Grimma
Antifa RGB
AuA – Anna & Arthur im Hinterland
Netzwerk Naunhof

Dessau: Mehrere Demonstranten schwer verletzt

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Bei Veranstaltungen zum Gedenken an den Tod von Oury Jalloh vor sieben Jahren, kam es am Samstag in Dessau zu Ausschreitungen zwischen Polizei und Demonstranten. (FOTO: THOMAS STEINBERG)

Dessau/MZ/tst. Mouctar Bah, maßgeblicher Mitstreiter einer Initiative, die auf Aufklärung des Todes von Oury Jalloh drängt, ist am Samstag zum Abschluss einer Demonstration zur Erinnerung an Oury Jalloh in Dessau schwer verletzt und ins Krankenhaus eingeliefert worden. Sechs Jahre lang hatte die Polizei den Demonstrationsslogan „Oury Jalloh – das war Mord toleriert“, vor zwei Tagen aber wurde Bah von der Polizei mitgeteilt, man werde diese Aussage nicht mehr dulden. Auf der Demo war sie dann doch zu hören und auf Transparenten zu lesen.

Nach Informationen aus Teilnehmerkreisen hatten die in Kampfmontur auftretenden Polizisten im Bahnhof versucht, dieser Transparente und ihrer Träger habhaft zu werden, woraufhin die bislang friedlich verlaufende Demonstration eskalierte. Neben Bah wurde mindestens ein weiterer Schwarzafrikaner schwer verletzt, mehrere Personen sollen angeblich festgenommen worden sein.

Oury Jalloh aus Sierra Leone war am 7. Januar vor sieben Jahren im Dessauer Polizeigewahrsam verbrannt. Das Verfahren vorm Dessauer Landgericht endete mit einem vom Bundesgerichtshof später kassierten Freispruch. Derzeit wird der Fall vor dem Magdeburger Landgericht erneut verhandelt.

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Quelle: http://www.mz-web.de/servlet/ContentServer?pagename=ksta%2Fpage&atype=ksArtikel&aid=1325924634639

Leipzig: 2 Demonstration am Silvesterabend

In Leipzig demonstrierten zu Silvester „Yuppies“ und „Linksradikale“ gegen die mittlerweile übliche Repression in Connewitz.
Wie jedes Jahr wurde Connewitz zur staatlich überwachten Sonderzone in Sachsen. So teilt die LVB mit: „In der Silvesternacht vom 31. Dezember 2011 zum 1. Januar 2012 in der Zeit von 23 Uhr bis 4.20 Uhr wird wegen zu erwartender Unruhen das Connewitzer Kreuz nicht angefahren, es fahren weder Straßenbahnen noch Busse. Alle Fahrten enden an der Haltestelle Karl-Liebknecht-/Richard-Lehmann-Straße.“ Zudem teilte die Stadtverwaltung mit, dass rund um das Connewitzer Kreuz von 20 bis 6 Uhr kein Alkohol verkauft werden dürfe.

Wie immer wurde das Kreuz auch weiträumig abgesperrt, die 1. Straßen wurden schon um 21Uhr für den Verkehr dicht gemacht, damit die Polizei schon mal in Stellung gehen konnte. Ebenfalls wie immer kreiste schon am frühen Nachmittag ein Hubschrauber über den Viertel und es wurde schon vorsorglich alles vernagelt und abtransportiert was kaputt gehen könnte oder anderweitig „Zweckentfremdet“ werden könnte.

Soweit also alles wie immer. Nur in diesem Jahr begnügte die Polizei sich nicht damit auf Abstand zu bleiben wie im vergangenen Jahr und war wieder offensichtlich mit mehr „Kräften“ am Kreuz in Position gegangen.

Gegen 1Uhr bewegten sich dann zwei Demonstrationen in Richtung Kreuz, die eine aus der Bornaischen Straße kommenden mit dem Motto:„Yuppies vs. Bullenterror“. Die 1.Reihe war auch dementsprechend gekleidet und gab folgende Parolen zum Besten:

„Kavier statt Käsestulle lieber Yuppie als n`Bulle!“
„Yuppiemacht und Yuppiepower Horst du bist der größte Bauer!“

(Horst ist der Vorname des Leipziger Polizeipräsidenten, der auch dieses Jahr vor Ort war und den Einsatz leitete)

„Gentrifidingsbumms kenn`wir schon, Yuppies gegen Repression!“
„So viel wie eine Bullenkarre kostet die Importzigarre!“

„Statt 100 Polizisten zwei Proseccokisten!“
„Keine Erbschaft, wenig Lohn Bullen in die Produktion!“

„Grün und Blau ist gerad`nicht In, trotzdem lauft ihr rum da drin!“
„Es weiß doch die ganze Welt, Bullen kosten Steuergeld!“

„Lauter, teurer, immer schärfer, Schampus in den Wasserwerfer!“

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Aus der Wolfgang-Heinze-Str. kam eine klassische „Black-Block“-Demo mit dem Motto: „Linksradikal ins neue Jahr“. Hier wurden die üblichen Demoparolen gerufen:

„129 kennen wir schon, Feuer und Flamme der Repression!“
„Horst, Horst, Horst wie noch nie, all cops are…!“
„Alerta…“usw.

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Beide Demonstrationen begegneten sich in der Wolfgang-Heinze-Straße und lösten sich dann später auf.

Einige Leute bauten dann noch eine Barrikade aus Mülltonnen auf der selbigen Straße und kippten zwei Metallmasten auf die Oberleitung der Straßenbahn. Auf dieser lag kein Strom, da die Bahnen nicht umsonst umgeleitet werden, steht doch seit Jahren der Wasserwerfer immer bereit.

Die Polizei versuchte einzelne Leute festzunehmen, beschränkte sich aber hauptsächlich auf das wahllose schlagen und beleidigen von Personen die in Reichweite waren. Also wie so oft gar nicht jene Leute, die irgendetwas gemacht haben, außer am Kreuz zugegen zu sein. Sie verschoss sogar Tränengasgranaten auf der Wolfgang-Heinze-Str. um die Menschen zu vertreiben.

Das war sie, die große „Randale“ vor der sich Leipzig jedes Jahr aufs neue fürchtet. 11 Personen wurden festgenommen und zwei Polizisten an der Hand verletzt (wahrscheinlich beim zuschlagen zu dumm angestellt).

The same procedure as every year.



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