Pressemitteilung des Freiraum e.V.

Alternativer Jugendverein erfährt Rückschlag durch Unterweisung der Behörden

Nutzungsuntersagung lässt das Vereinsleben im Freiraum e.V. Burgstädt pausieren

Der im vergangenen Jahr in Burgstädt entstandene Freiraum e.V., welcher als gemeinnützige Institution das bisher eher konservativ geprägte Stadtbild im Sinne alternativer Lebens- und Wohnpolitik bereichert und welcher sich unter Jugendlichen wie Erwachsenen mit diversen Freizeit-, Bildungs-, und Kulturangeboten wie Vorträgen, einer Küche für alle, Musikveranstaltungen und der generellen Möglichkeit eines jeden zur selbstbestimmten und aktiven Mitgestaltung einer emanzipierten und antifaschistischen Gesellschaft positiv etabliert hat, muss durch einen durch das zuständige Landratsamt erwirkten Beschluss vorerst seine Türen geschlossen halten.
Die gesamte Vereinstätigkeit, die selbstverwaltet von den 15 Vereinsmitgliedern organisiert wird und die im Konsens zu der rückläufig gestalteten öffentlichen Jugendarbeit der Stadt Burgstädt steht, welche nach außen hin immer wieder mit Problemen wie hoher Jugendkriminalität, Rechtsextremismus und daraus resultierender Abwanderung in andere Städte zu kämpfen hat, um einen Ort der Vielfalt und vorurteilsfreien Meinungsbildung bereichert, wurde hierbei in Frage gestellt und als rechtswidrig deklariert.
Sämtlicher Aufenthalt oder die Duldung von Besuchern in den Räumlichkeiten der Ludwig-Böttger-Straße 1 werden dabei untersagt. Bei Zuwiderhandlung wurden den Verantwortlichen dabei Bußgelder in Höhe von mehreren tausend Euro angedroht.
Staatliche Repressionen, wie das Abstellen von mehreren Einsatzfahrzeugen der Polizei und Personalkontrollen in Grundstücksnähe, wie zum Beispiel am vergangenen Samstagabend gehören dabei zu den Maßnahmen, die bei den Jugendlichen die Angst um den Erhalt ihres Rückzugsortes wachsen lässt.
Neben dem Versuch, ein selbstverwaltetes Projekt im Stadtbild zu etablieren, zeigt auch die Entlassung eines im städtischen Jugendclub angestellten Streetworkers zum Anfang des Jahres, dass auch staatliche Mittel für regionale Jugendprojekte weiterhin entgegen dem Bedarf gekürzt werden.
Alternative Freiräume gehören zu den wichtigsten nichtstaatlichen Chancen einer emanzipierten und toleranten Gesellschaft . Sie dürfen nicht von Strukturen, welche diese als kriminell einstufen oder deren gelebte Auseinandersetzung mit einem aus Schubladendenken hervorgegangenem Weltbild mittels staatlichen Auflagen verboten werden.




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