[Chemnitz] Aktionen zum 5. März

Der alljährliche Gedenkmarathon anlässlich der Bombardierung deutscher Städte zum Ende des zweiten Weltkrieges ist nicht nur in Magdeburg, Dresden, Dessau oder Plauen sondern auch in Chemnitz mit Aufmärschen von Nazis verbunden. In Chemnitz demonstrierten in den letzten Jahren am 5. März mehrere hundert Nazis vor allem aus dem Umfeld von Freiem Netz und NPD. Die Polizei machte ihnen dabei stets mit brutaler Gewalt den Weg frei, über den Innenstadtring.
Der alljährliche Gedenkmarathon anlässlich der Bombardierung deutscher Städte zum Ende des zweiten Weltkrieges ist nicht nur in Magdeburg, Dresden, Dessau oder Plauen sondern auch in Chemnitz mit Aufmärschen von Nazis verbunden. In Chemnitz demonstrierten in den letzten Jahren am 5. März mehrere hundert Nazis vor allem aus dem Umfeld von Freiem Netz und NPD. Die Polizei machte ihnen dabei stets mit brutaler Gewalt den Weg frei, im letzten Jahr über den Innenstadtring.

Angefangen hatte das Gedenken klein: Mehrere dutzend Nazis um den Stadtrat Martin Kohlmann (früher Republikaner, jetzt Pro Chemnitz) versammelten sich vor einem Kinderheim im Stadtteil Bernsdorf und konnten ihre Versammlung nur unter großen Störungen durchführen. Bereits 2008 zogen 150 Nazis ungehindert durch Bernsdorf. Mehrere Gegendemonstrant_innen wurden bei Angriffen von außer Kontrolle geratener Nazis und Polizist_innen zum Teil schwer verletzt. Ein Jahr später durften mehr als 200 Nazis mit Gestattung von Stadt und Polizei direkt vor damals bestehende alternative Wohn- und Kulturprojekt Reitbahnstraße 84 ziehen. Das Projekt war bis dahin bereits mehrfach Ziel von Naziangriffen inklusive eines Brandanschlages gewesen. 2009 zogen 600 Nazis mit Fackeln weitgehend ungestört durch einen Teil der Innenstadt, während die Polizei eine genehmigte Antifa-Demo am Bahnhof einkesselte und festhielt. Proteste gegen den Naziaufmarsch in jenem Jahr hatten allenfalls symbolischen Charakter. Ein totales Versagen der Stadverwaltung ermöglichte 500 Neonazis im letzten Jahr, flankiert von prügelnden Polizeieinheiten, ihre Demonstration um den Innenstadtring abzuhalten.

Das städtische Gedenken konkurrierte anfangs auf dem Friedhof später zunehmend in der Innenstadt im Rahmen des Chemnitzer Friedenstages um das würdigere Gedenken. Je größer die Naziaufmärsche und je mehr Aufregung um den 5. März, desto entschiedener die Aufrufe für den „Tag des würdigen Gedenkens“. Ein solches haben sich bekanntlich auch die Nazis auf die Fahnen geschrieben. Ein Sternmarsch zum zentralen Friedenskreuz auf dem Marktplatz, Friedenstexte, Musik und Meditation sollen dieses Jahr ein „deutlich sichtbares Zeichen“ setzen. Diese Beschränkung auf eine symbolische Aktion wird nicht nur nichts gegen den Naziaufmarsch erreichen. Sie ist falsch: Im Mittelpunkt werden „deutsche Opfer“ eines „Krieges von unvorstellbarer Zerstörungskraft“ stehen und ein geschichtsblinder Friedenswunsch an einem Jahrestag der militärischen Niederschlagung Deutschlands. Eine solche nationalistische Veranstaltung der „besseren Werte und Institutionen“ sieht das Problem allein in der Beschmutzung einer angeblich „weltoffenen, toleranten und bunten Stadt“ durch die Nazis.

Deswegen mobilisieren verschiedene Initiativen und Gruppen gegen Geschichtrevisionismus und den Naziaufmarsch am 5 März in Chemnitz:

Verschiedene Antifgruppen rufen unter dem Motto „We are so fucking angry! Naziaufmarsch blocken!“ zu „Unordnung gegen den Trend“ auf: „Im Jahr 2011 fanden sich mehrere Hundert entschlossene Antifaschist_innen, denen es offensichtlich nicht um Trauerbekundungen für Chemnitzer Bombentote im Jahre 1945 ging, sondern darum einen Nazi-Aufmarsch zu verhindern. Dies war ein Anfang. Dort muss angesetzt werden. Und zwar nicht nur, sondern gerade wegen des Mangels an inhaltlicher Auseinandersetzung mit dem bürgerlichen Gedenken. Am 5. März 2012 gilt es Kritik am Gedenken in die Debatte tragen sowie den Nazis auch zukünftig kein sicheres Gelände zu überlassen. Die richtige Antwort auf nationalsozialistische Umtriebe und Geschichtsklitterung ist extrem in und heißt nach wie vor Antifaschismus! Dass sich nichts mehr bewegt – 5. März 2012 – Chemnitz –immer wieder- Naziaufmarsch blocken!“

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Eine Antifaschistische Kulturinitiative „Supersonic“ und das Bündnis Chemnitz-Nazifrei rufen für eine Demonstration ab 16 Uhr Hauptbahnhof auf: „Welchen Platz Neonazis am 5. März einnehmen, entscheidet sich an der Entschlossenheit und Solidarität der Menschen, welche ihnen den öffentlichen Raum für ihre politischen Zwecke ganz und gar nehmen und dies so, dass weitere Versuche unattraktiv werden. Unser Ziel ist die lautstarke und massenhafte Vermittlung antifaschistischer Praxis als gesellschaftlicher Gegenwehr, sowie die Schaffung von Verhältnissen, in denen es als unverhältnismäßig angesehen wird, Naziaufmärsche mit Hilfe von Polizeigewalt durchzusetzen!Den Nazis gemeinsam und entschlossen entgegentreten – jetzt erst recht!“http://lookback.blogsport.de/
Den Nazis, die sich ab 18 Uhr am Südbahnhof in Chemnitz treffen wollen setzt außerdem eine weitere Demonstration des Stura TU Chemnitz ab 17 Uhr Mensa Reichenhainer Straße




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