Archiv für März 2012

Delitzsch: Opfer werden zu Tätern

Nach dem Naziüberfall in Delitzsch am letztem Wochenende auf den Veranstalter und Gäste eines Konzerts mit den Tornados, Johnny Wolga und Skarface, bei dem einer der Angegriffenen immer noch schwerverletzt im Krankenhaus liegt, wo er wiederholt operiert werden musste und mit hoher Wahrscheinlichkeit einseitig erblinden wird. Verdrehen die Verantwortlichen in Delitzsch die Tatsachen und machen die Betroffenen zu Schuldigen des Übergriffs. Anstatt dem Opfer des Überfalls, bei welchem auch seine Lebensgefährtin geschlagen und verletzt wurde, Rückendeckung und Unterstützung zuzusichern, wird in Delitzsch nunmehr das Opfer zum Täter gemacht:
Der Veranstalter des Ska-Konzertes, wurde am gestrigen Donnerstag in die Räume der Stadt geladen und sah sich dort Vertretern des Ordnungsamtes, der Polizei sowie dem Bürgermeister und dem Oberbürgermeister der Stadt Delitzsch, Herrn Dr. Manfred Wilde gegenüber. Dem 26jährigen wurde mitgeteilt, dass er zukünftig keine Konzerte mehr in der Stadt veranstalten solle, bei denen Neonazis ausgeschlossen werden. Zudem sei er an dem Überfall „selbst Schuld“ und stelle mit seinem Bekenntnis, dass Nazis auf von ihm veranstalteten Konzerten unerwünscht seien, eine „Gefährdung der öffentlichen Sicherheit“ und des „sozialen Friedens“ in Delitzsch dar. (mehr…)

Letzte Infos zur Demo am Sonnabend

In wenigen Stunden ist es soweit: „Im Osten nichts Neues. Gegen Nazis und rechte Alltagskultur“ – Antifaschistische Demonstration im Leipziger Osten

Am Mittwoch, den 21.03. fand bereits eine spannende und kontroverse Podiumsdiskussion im 4Rooms statt. Erfreulich viele Menschen nahmen daran teil. Der Ansatz unserer Demonstration, nicht alleine die organisierten Nazistrukturen von NPD bis Freie Kräfte zu bekämpfen, sondern ebenso den alltäglichen Rassismus und andere Diskriminierungsformen als Problem wahrzunehmen und entsprechende Gegenkonzepte aufzufahren, fand breiten Anklang. Des Weiteren wurde festgestellt, dass Rassismus und Nazismus kein alleiniges Problem des Leipziger Ostens darstellen, sondern dass sich hier vielmehr eine Kontinuität in der jüngeren Geschichte der Stadt Leipzig feststellen lässt. Gleichwohl, haben sich insbesondere im Stadtteil Reudnitz-Thonberg in den letzten Wochen zum Teil gravierende Szenen abgespielt, die unmissverständlich deutlich machten, dass der Leipziger Osten ein Problem mit Nazis, mit Rassismus hat. Dagegen wollen wir am Sonnabend, den 24. März gemeinsam demonstrieren und uns solidarisch mit allen Betroffenen der Nazigewalt und des Rassismus zeigen.

Start ist 12 Uhr am Friedrich-List Platz. Von dort geht es in Richtung „Fighting Catwalk“ und Lange Straße nach Volkmarsdorf und dann zurück über die Eisenbahnstraße und Dresdner Straße zum Lene-Voigt Park.

Die Demonstration hat einen grundsätzlich offenen Charakter. Wir bitten aber darum, Parteifahnen und Parteisymboliken im hinteren Teil der Demonstration zu tragen. Des Weiteren weißen wir darauf hin, dass sexistische, homophobe und sonstwie diskriminierende Sprüche nicht geduldet werden. Um eventueller polizeilicher Repression nicht zuzuarbeiten, würden wir euch ebenso bitten, eure Digitalkameras und Smartphones nicht für Fotos und Videoaufnahmen zu nutzen. Es wird Personen geben, die Fotos anfertigen und diese anschließend im Netz veröffentlichen.

Für den Fall von Polizei-Repressionen wird es einen Ermittlungsausschuss (EA) geben, den ihr unter folgender Nr. erreicht: 0341-2119313. Den EA-Leipzig findet ihr auch im Internet.

Für alle eure Fragen und Bedürfnisse könnt ihr euch an unsere OrdnerInnen oder den Lautsprecherwagen wenden.

Die Demonstration endet mit einem Straßenfest gegen 16 Uhr am Lene-Voigt Park. Dort wird es musikalische, kulturelle und politische Beiträge geben. Für einen kleinen Imbiss ist ebenso gesorgt.

25.März: Aufruf zur Antifaschistischen Demonstration in Delitzsch

Naziterror entgegentreten – immer und überall

Am Sonntag, den 18. März, kam es zu einem schweren Übergriff von Neonazis auf BesucherInnen eines Ska-Konzertes in Delitzsch. Aufgrund des Angriffs mit einer Flasche wird einer der Betroffenen auf einem Auge wahrscheinlich nie wieder sehen können. Dies ist nur einer von vielen Übergriffen in einer Gegend, die von den Nazis als “national befreite Zone“ beschrieben wird. Dass Regionen wie Nordsachsen oder das Muldental Angsträume für alle Menschen sind, die nicht der von Nazis gesetzten Norm entsprechen, ist hinlänglich bekannt.

In den letzten Jahren war aus Orten wie Delitzsch nicht mehr viel zu hören. Dies liegt aber nicht an den schwächer gewordenen Nazistrukturen, sondern daran, dass es nur noch sehr wenige Menschen gibt, die in das Feindbild der Nazis passen oder die von ihren Aktivitäten berichten könnten. Die meisten linken Menschen haben die Orte verlassen – und wer will es ihnen verübeln. Damit sind viele Dörfer und kleinere Städte fest in der Hand von Nazis. Lediglich die Polizei berichtet hin und wieder noch von regelmäßig gesprühten Hakenkreuzen und anderen nazistischen Aktivitäten in der Region. (mehr…)



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