Am 7.Mai 2011 versammelten sich circa 150 Antifaschist_Innen am Rochlitzer Bahnhof, um an den 8.Mai 1945 zu gedenken. Die demo wurde auch zum Anlass genutzt, um auf regionale Missstande hinzuweisen. Themen waren zum Beispiel der Leipziger Mord an Kamal K. und das Nazitreiben in der Nachbarstadt Geithain.
Die Demonstration begann circa halb drei, mit guter Musik und toller Stimmung. Die Demonstrationsroute verlief über die Friedrich-August-Straße, über die Bismarkstraße, zur Poststraße. Rück zu ging es über die Leipziger Straße direkt zum Bahnhof zurück.
Dabei gab Kundgebungen am Bahnhof, auf dem Marktplatz und vor dem Cafe Kosmos, in welchem vor einigen Monaten der NPD Ortsverband Rochlitz gegründet worden ist. Dabei war auch nette Nazikundschaft im Biergarten des Cafes zu begrüßen.
Die Demonstration verlief ohne Vorfälle und wurde erfolgreich gegen 17:00 Uhr vom Veranstalter für beendet erklärt.
Im Anschluss gab es ein Konzert, im alternativen Jugendclub „Alte Schmiede“ mit mehreren Bands.
Wir möchten uns herzlich für euer Kommen bedanken! Ohne euch wäre eine solch erfolgreiche Demo nicht möglich gewesen.
Alerta Antifascista!
Antifa RGB – Mai 2011
Bilder folgen!

An die Geschichte erinnern…
Der 8. Mai steht für die militärische Zerschlagung und die bedingungslose Kapitulation Nazi-Deutschlands. Er steht für die Befreiung der Konzentrationslager, der ZwangsarbeiterInnen, für die Beendigung des 2. Weltkrieges in Europa, der insgesamt über 50 Millionen Leben gekostet hatte. Er steht für das Ende der Barbarei des Nationalsozialismus, für das Ende der Shoa.
Es ist ein Tag, an dem all denjenigen gedankt werden sollte, die diese Befreiung durchgesetzt haben und all derer gedacht, die Opfer des deutschen Vernichtungswahns wurden.
Rochlitz…
Die Stadt Rochlitz handelte schon frühzeitig als aktiver Teil des NS- Regimes. So wurde bereits 1933 Adolf Hitler Ehrenbürger der Stadt. Ebenfalls 1933 wurde die Muldenbrücke errichtet und nach dem Reichsstatthalter und Gau Leiter von Sachsen, Martin Mutschmann, benannt. Ein Jahr später konnten die Nazis im Stadtrat Fuß fassen und den Bürgermeister absetzen. 1936 wurde das „Fest der Landschaft Rochlitz- 1000 Jahre Deutsch“ gefeiert und ab 1938 siedelte sich mit der „Mechanik GmbH“ auch die Rüstungsindustrie in Rochlitz an. Ab dem 18/19. September 1944 bis zum 28. März 1945 betrieb das KZ Flossenbürg in Rochlitz ein Außenlager, das als „Außenkommando Rochlitz“ bezeichnet wurde. In diesem Außenlager mussten etwa 600, überwiegend jüdische Frauen, Zwangsarbeit für die „Mechanik GmbH“ verrichten. Nach der Auflösung des „Außenkommandos Rochlitz“ am 28.März, wurden die restlichen ZwangsarbeiterInnen in das „Außenlager Graslitz“ überstellt, wo Aufgrund der Brutalen Wachmannschaften und der Überfüllung des Lagers Grauenhafte Zustände herrschten.
Verstrickungen der „Mechanik GmbH Rochlitz” in die Menschenverachtenden Gräueltaten der Nazis gibt es noch weitere. Unter anderem war sie unmittelbar am Aufbau eines der schlimmsten Sächsischen KZ’s beteiligt. So bildete die „Mechanik GmbH“ mit anderen Rüstungsfirmen und der SS, 1944 die „Kriegsbetriebsgemeinschaft Kali- Werk Georgi“ in Wansleben. In Wansleben wurden in Riesigen unterirdischen Produktionshallen Hydraulische Pumpen für Jagdflugzeuge und Triebwerke, sowie Elemente für Fernlenkwaffen des Typ’s „V1“ und „V2“ gefertigt. Tausende KZ Häftlinge aus Buchenwald und anderen Größeren Lagern, aber auch ZwangsarbeiterInnen aus Rochlitz, wurden hier noch bis kurz vor den Zusammenbruch des NS- Regimes zu Tode geschunden und gequält. (mehr…)