Tag-Archiv für 'aak'

Chemnitz: Ein zivilgesellschaftliches Schauspiel

Bericht der Antifa Chemnitz über die Ereignisse am 5. März

Aus den Er­fah­run­gen des letz­ten Jah­ren mit den immer grö­ßer wer­den­den Na­zi-​Auf­mär­schen soll­te be­reits im Herbst 2009 eine Lehre ge­zo­gen wer­den. Aus die­sem Grund gab es die Idee einer Bünd­nis­grün­dung spe­zi­ell für den 5. März 2010. Be­tei­ligt waren ver­schie­de­ne zi­vil­ge­sell­schaft­li­che Or­ga­ni­sa­tio­nen, Par­tei­en, Ge­werk­schaf­ten und an­ti­fa­schis­ti­sche Grup­pen. Schon im Vor­feld wurde an­ge­kün­digt, eine Kund­ge­bung vor dem Kin­der­heim in Berns­dorf an­zu­mel­den, um die­sen Platz zu be­setz­ten für et­wai­ge Kund­ge­bun­gen von Nazis. Wenig spä­ter wurde eine an­ti­fa­schis­ti­sche De­mons­tra­ti­on an­ge­mel­det um einen mög­li­chen Na­zi-​Auf­marsch durch die In­nen­stadt vor die Reit­bahn­stra­ße 84 zu ver­hin­dern. 2009 war dies ge­sche­hen. Trotz reich­li­cher Be­den­ken wurde die Route di­rekt vor das Wohn- und Kul­tur­pro­jekt ge­neh­migt und durch­ge­führt. Die ur­sprüng­lich ge­plan­te An­ti­fa-​De­mons­tra­ti­on 2010 soll­te am Haupt­bahn­hof star­ten. Am Karl-​Marx-​Mo­nu­ment soll­te dann eine Zwi­schen­kund­ge­bung durch­ge­führt wer­den, um sich dann für den Ab­schluss vor der Reit­bahn­stra­ße 84 mit der an­ge­mel­de­ten Kund­ge­bung zu ver­ei­ni­gen.
Wir als AAK haben uns dabei aktiv an den Bünd­nis­tref­fen be­tei­ligt und ver­such­ten, eine Kri­tik am Ge­den­ken und des­sen ge­schichts­re­vi­so­nis­ti­schen Ten­den­zen zu for­mu­lie­ren. Es folg­ten meh­re­re Dis­kus­sio­nen zum Thema. Ei­ni­ge Per­so­nen aus die­sem Kreis äu­ßer­ten dabei höchst be­denk­li­che Po­si­tio­nen auf­grund der es dann auch zu zahl­rei­chen Wort­ge­fech­ten kam. Nach ei­ni­ger Zeit wurde dann über eine For­mu­lie­rung zum Auf­ruf­text ent­schie­den. Da wir mit den dor­ti­gen For­mu­lie­run­gen nicht mit­ge­hen konn­ten, be­stand für uns immer noch die Mög­lich­keit aus dem Bünd­nis aus­zu­schei­den. Den end­gül­ti­gen Aus­schlag lie­fer­te dann der Chem­nit­zer Frie­dens­tag, der nun auch im Bünd­nis ver­tre­ten war. Im letz­ten Jahr übten wir be­reits eine Kri­tik am Frie­dens­tag und des­sen frag­wür­di­ger Ge­denk­po­li­tik1,2. Aus die­sen Grund her­aus ent­stan­den gra­vie­ren­de in­halt­li­che Dif­fe­ren­zen und wir sahen uns nicht im Stan­de, län­ger im Bünd­nis zu ver­blei­ben. Den­noch ver­such­ten wir die Kom­mu­ni­ka­ti­on auf­recht zu er­hal­ten, um Ak­ti­vi­tä­ten gegen den Na­zi-​Auf­marsch an die­sen Tag zu un­ter­stüt­zen.

Am Mor­gen des 5. März fiel be­reits ein große Zahl an Po­li­zei­be­am­t_in­nen auf. Am Kar­ree der Reit­bahn­stra­ße hat­ten sich meh­re­re Ein­satz­fahr­zeu­ge po­si­tio­niert und führ­ten be­reits erste Vor­kon­trol­len durch, etwa eine Stun­de vor dem of­fi­zi­el­len Be­ginn der Kund­ge­bung. Bei jeder „ver­däch­tig“ jün­ge­ren Per­son, die sich er­laub­te den Fuss­weg vor der Reit­bahn­stra­ße 84 zu be­nut­zen, wur­den Ta­schen­kon­trol­len durch­ge­führt und Per­so­na­li­en über­prüft/auf­ge­schrie­ben. Die Ta­schen­kon­trol­len wur­den meis­tens damit be­grün­det, dass es eine De­mons­tra­ti­on um 16:00 am Haupt­bahn­hof gebe und es daher ein er­höh­tes Ge­fah­ren­po­ten­ti­al von Rechts und Links gebe. Erst durch meh­re­re MdLs und Rechts­an­wäl­t_in­nen konn­te der re­pres­si­ve Po­li­zei­ein­satz vor der Reit­bahn­stra­ße 84 zu­min­dest über die Mit­tags-​/Nach­mit­tags­zeit ab­ge­wandt wer­den.

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Gegen 16:00 sam­mel­ten sich die erste Bür­ger_in­nen auf dem Thea­ter­platz u.a. mit Pla­ka­ten wie „Pa­trio­tis­mus hilft gegen Na­tio­nal­so­zia­lis­ms“ (CDA Chem­nitz)3 und dem Bünd­nis-​Mot­to. Pro­mi­nen­te Red­ner_in­nen waren der Bür­ger­meis­ter von Jena, Al­brecht Schrö­ter, und Ober­bür­ger­meis­te­rin Bar­ba­ra Lud­wig, die zu der Ak­ti­on am Thea­ter­platz auf­rief.
Um nicht nur die ein­sei­ti­ge De­mons­tra­ti­on gegen Nazis dar­stel­len, fand von einer Thea­ter­grup­pe ein klei­nes Stück statt, dass sich ex­pli­zit gegen Ge­schichts­re­vi­sio­nis­mus rich­te­te. Eine Grup­pe von „Deut­schen“ mar­schier­te von einer roten Gren­ze (Gum­mi­band) um­ge­ben. Unter mar­ki­gen Sprü­chen wie „Deutsch­land muss ex­pan­die­ren, darum müs­sen Bom­ben ex­plo­die­ren“ und „Na­tio­nal bringt Krieg total“ ex­pan­dier­te „Deutsch­land“ und be­warf um­lie­gen­de Län­der mit Bom­ben. Als nun Eng­land, USA und Russ­land sich da­ge­gen wehr­ten und das gum­mier­te Deutsch­land bom­bar­dier­ten, fiel die­ses in sich zu­sam­men und die „Deut­schen“ fin­gen an zu heu­len. „Wir haben doch nicht an­ge­fan­gen“, „Wir hat­ten damit nichts zu tun“ und „Wir wuss­ten doch von nichts“ war dabei zu hören. An­schlie­ßend wur­den ge­schicht­li­che Fak­ten ver­le­sen. Die Re­ak­tio­nen dar­auf waren viel­fäl­tig. Der über­wie­gen­de Teil des jün­ge­ren Pu­bli­kums ap­plau­dier­te, wo­hin­ge­gen viele äl­te­re Men­schen sich kopf­schüt­telnd ab­dreh­ten. Unter to­ben­den Ap­plaus wurde die­ses Kunst­stück auf dem Vor­platz des Haupt­bahn­ho­fes noch ein­mal wie­der­holt.

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Antihessmob in Chemnitz

Text?

Am 17. August sollte auch in Chemnitz ein „Heßmob“ stattfinden. Ziel der Nazis war es, gegen 19.30 Uhr am Marxmonument aufzutauchen und dort die letzten Worte von Rudolf Heß, die er vor seiner Verurteilung vor dem Nürnberger Kriegsverbrechertribunal abgab, auszusprechen.

Das wollten viele Menschen verhindern. Und so trafen kurz vor halb Acht trotz starken Regens immer mehr Nazigegnerinnen und Nazigegner in der Nähe des „Nischls“ ein. Diese setzten sich unter anderem aus Mitgliedern der Gewerkschaftsjugend, der SPD, der Grünen und der Linken zusammen. Aber auch Autonome Antifa, Punks, Studentinnen und Studenten, Schülerinnen und Schüler waren da, um ihren Protest zu zeigen. Die Polizei zeigte überall in der Innenstadt Präsenz und erlaubte auch Nazigegnerinnen und Nazigegnern nicht, die Fläche um den Marxkopf zu betreten. Dabei ging sie durchaus ruppig vor und drohte mit Platzverweisen und Anzeigen. Doch der Antimob ließ sich davon nicht beeindrucken. So wartete man auf mögliche Naziaktionen.

Doch von Faschisten war nichts zu sehen. Gegen 19.45 Uhr traf dann ein kleiner Haufen angetrunkener Nazis ein, die ihre Bierflaschen nicht nur zum Alkoholgenuß dabei hatten. Hier zeigten einige Nazigegnerinnen und Nazigegner Courage und drängten die Faschisten zurück, bis die Polizei dazwischenging. Dies war die einzige Naziaktivität, die an diesem Abend in der Innenstadt zu verzeichnen war. Die Faschisten hatten gekniffen. Flagge zeigen ist etwas anderes. Ihnen hätte sich offenbart, daß neben staatlicher Gewalt auch auch eine Mehrheit von Bürgerinnen und Bürgern nichts von ihrem braunen Spuk wißen will.

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Chemnitz: Ausländerfeindlicher Übergriff auf Afrikaner!

Afrikaner verprügelt – Staatsschutz ermittelt

Chemnitz – Fremdenfeindlicher Übergriff in Chemnitz-Hilbersdorf: Brutal fielen zwei Schläger über einen dunkelhäutigen Chemnitzer her, schlugen ihn zusammen. Nun ermittelt der Staatsschutz.

Text?

Es war Mittwochabend, als ein gebürtiger Mosambikaner (46) noch schnell ein paar Zigaretten besorgen wollte: In der Hilbersdorfer Straße bediente er nichts Böses ahnend den Automaten, als er offenbar von den Schlägern beobachtet wurde. Als er den Heimweg antrat, folgten sie ihm bis in die Margaretenstraße und griffen ihn unvermittelt an. Dabei wurde der Mann verletzt – Klinik.

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