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Fight for your Right to Party – Demonstration am 24.11.2009
„Ist es denn wirklich so drastisch?“
Das größte soziokulturelle Jugendzentrum der Stadt Chemnitz, seit knapp 20 Jahren einer der bedeutendsten Träger von Jugend- und Kulturarbeit in Sachsen, ist in akuter Gefahr. Das Jugendamt Chemnitz hatte in einem Gespräch mit dem Vorstand des AJZ am 28.10.2009 drastische Kürzungen angekündigt. Die Pläne der Stadt sehen Kürzungen im Stammhaus und bei einem vom Verein betriebenen Jugendklub im Stadtteil Brühl vor. Jegliche Kürzung, die das Stammhaus betrifft, ist derzeit existenzbedrohend. Aktuell wird das Haus mit 2,5 Stellen aus der Jugendhilfe der Stadt getragen. Die Kürzung dieser ohnehin schon äußerst knappen Stellen und Mittel um eine ganze Stelle ist fachlich und hinsichtlich der Betriebskosten finanziell nicht mehr kompensierbar. Doch die Pläne gehen noch weiter: Im Haushaltsjahr 2010, so das Jugendamt, sollen keine Gelder mehr für das vom AJZ e.V. betriebene Kinder- und Jugendhaus „Benario“ im Stadtgebiet Brühl zur Verfügung stehen, was die Schließung des an diesem sozialen Brennpunkt dringend benötigten Klubs bedeuten würde. Trotz der Beteuerungen der Stadt, das AJZ erhalten zu wollen, ist das Fortbestehen nicht sicher. Die Stadt kann uns nicht schließen aber finanziell ruinieren.

„Sub Pop“
Seitdem diese Pläne bekannt wurden, gibt es breite Solidarität für das AJZ. Vor allem von Leuten, die zu den vielen Tausenden gehören, die das AJZ als Veranstalter von Konzerten kennen. Das AJZ ist ein Haus, das seit nahezu 20 Jahren den verschiedensten Strömungen der Jugendkultur, seien es Hip Hop, Emo, Drum and Bass, Punk, Hardcore oder OI einen Platz für Veranstaltungen bietet. Häufig auch in Bereichen, die anderen Veranstalter_innen oder Orten „zu heiß“ oder kommerziell nicht attraktiv genug sind. Wenn mal wieder Punks in größeren Gruppen aus dem Erzgebirge, Vogtland oder Mittelsachsen am Hauptbahnhof ankommen, steckt häufig dahinter, dass sie ein Konzert im AJZ ansteuern.
„Fight for your right“
Doch diese Rolle im Nachtleben Sachsens ist längst nicht die einzige, die das AJZ spielt. Eine Vielfalt an Projekten und Initiativen im politischen, sozialen, kulturellen und künstlerischen Bereich fanden und finden in dem Haus ihren Platz und sind mit aus dem Haus hervorgegangen. Diese Möglichkeiten werden wesentlich dadurch gewährleistet, weil das AJZ seit seinem Bestehen auch ein Projekt mit professioneller Sozialarbeit ist. Sowohl fachlich, als auch personell und finanziell sind die sozialpädagogischen Projekte tragende Säulen des Projekts. Das Haus AJZ, so wie es ist jetzt in der Chemnitztalstraße 54 existiert, ist das Ergebnis diverser Hausbesetzungen Anfang der 90er Jahre. Das Projekt wurde nicht erbettelt, sondern der Stadt abgerungen. Auch drohende Kürzungen sind für das AJZ nichts Neues. Schon vor einigen Jahren war das Zentrum durch die angekündigte Streichung von Sozialarbeiter_innenstellen bedroht, was durch wochenlange öffentliche Proteste in der Innenstadt abgewendet werden konnte.
Das größte soziokulturelle Jugendzentrum der Stadt Chemnitz, seit knapp 20 Jahren einer der bedeutendsten Träger von Jugend- und Kulturarbeit in der Stadt, ist in akuter Gefahr.
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Das Jugendamt Chemnitz hat in einem Gespräch mit dem Vorstand des AJZ am 28.10.2009 drastische Kürzungen angekündigt. Im Haushaltsjahr 2010, so das Jugendamt, sollen keine Gelder mehr für den vom AJZ e.V. betriebenen Kinder- und Jugendhauses „Benario“ im Stadtgebiet Brühl zur Verfügung stehen, was die Schließung des an diesem sozialen Brennpunkt dringend benötigten Klubs bedeuten würde.
Darüber hinaus sieht der Maßnahmeplan, aus Sicht des AJZ ein Kürzungsplan, den Wegfall der Mittel für die außerschulische Jugendbildung vor. Dies bedeutet sowohl auf der fachlichen als auch auf der finanziellen Ebene einen Einschnitt, der das Ende des Hauses und des Vereins AJZ e.V. bedeutet. Derzeit wird das Haus mit 2,5 Stellen aus der Jugendförderung der Stadt getragen. Die Kürzung dieser sowieso schon äußerst knappen Stellen und Mittel um eine ganze Stelle wäre nicht kompensierbar. Dies würde zugleich auch das Ende der vielfältigen ehrenamtlichen Projekte bedeuten, die im Haus angesiedelt sind.
Vorstandsmitglied Mike Czepyha sagt dazu: „Dem Jugendamt ist offensichtlich nicht klar, was sie da vorhaben. Wenn diese Kürzung so durchgeht, müssen wir am 1. Januar die Lichter hier ausmachen.“
Für die kulturelle und soziale Situation der jungen Menschen in Chemnitz und der gesamten Region hätte dies verheerende Folgen, schließlich würde dies den Wegfall einer Vielzahl von Angeboten und Möglichkeiten bedeuten, ich nenne hier nur die internationalen Jugendaustauschprojekte und Konzerte, mit denen dieses Haus groß geworden ist.“
In einer eilig einberufenen Mitgliederversammlung des AJZ e.V. wurden breite Protestaktionen gegen die Kahlschlagpläne des Jugendamtes besprochen. Keine der von der Stadt angedachten Kürzungen ist aus Sicht des Vereins hinnehmbar.
>>http://aak.blogsport.de/2009/10/30/ajz-bleibt/<<
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