Tag-Archiv für 'ajz-chemnitz'

AJZ Chemnitz Demo – Auswertung

Pressemitteilung des AJZ vom 24.11.2009

700 Menschen demonstrieren für den Erhalt des AJZ und gegen Einsparungen im Jugendbereich

Am Dienstag,dem 24. November demonstrierten 700 Menschen unter dem Motte „AJZ bleibt!“ gegen Kürzungen im Alternativen Jugendzentrum und in der Jugendarbeit der Stadt Chemnitz.
Zahlreiche Redebeiträge richteten sich gegen die Kürzungspläne der Stadt im Sozial- und Jugendbereich. Aus Sicht der Aufrufenden ist die Demonstration ein erster erfolgreicherAuftakt der Kampagne für den Erhalt der Jugendarbeit und des Hauses AJZ überhaupt. Grund der Demonstration war die für diesen Tag angekündigte entscheidende Sitzung des Jugendhilfeausschusses, die Kürzungsentscheidung wurde aber mittlerweile auf den 8. Dezember vertagt.

Aufgerufen zu der Demonstration, an der sich zahlreiche betroffene Projekte beteiligten, hatte der AJZ e.V.. Hier stehen der Jugenklub Benario, eine Stelle in der politischen Jugendbildung und eventuell auch die mobile Innenstadtarbeit auf dem Spiel. „Aus unserer Sicht ist es notwendig jetzt den Protest gegen die Kürzungen aufrecht zu erhalten und weiter im Bündnis mit den anderen Trägern zu agieren“ so ein Mitglied des AJZ e.V.. Mit dem Auftritt der Band „Of Quiet Walls“ wurde ein Teil aktiver Jugenkultur auf der Straße repräsentiert.

Eine Grußadresse der Initiatoren des Bildungsstreiks wurde verlesen. Jan Koch vom „Netzwerk für Kultur und Jugendarbeit“ kritisierte die nicht nachvollziehbare und intransparente Arbeit der Verwaltung der Stadt. Die Stadt argumentiere mit einem sinkenden Bedarf in der Jugendhilfe, tatsächlich steige aber die Besucher- und Nutzer_innenzahl der Einrichtungen. Ein Vertreter des „Experimentellen Karrees“ machte auf den repressiven Umgang der Stadt mit jungen Menschen aufmerksam, die alternative Wohn- und Kulturprojekte fordern.

Ein Vertreter des Bündnisses „Ich bin zu teuer für diese Stadt“: „Wir haben es satt, dass Kürzungspläne mit Verweis auf falsche Statistiken gegen die Bedürfnisse junger Menschen gerichtet werden. Der Sozialkahlschlag ist mit uns nicht zu machen.“

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Demonstration AJZ bleibt!| Chemnitz | 24.11.2009

Fight for your Right to Party – Demonstration am 24.11.2009

„Ist es denn wirklich so drastisch?“

Das größte soziokulturelle Jugendzentrum der Stadt Chemnitz, seit knapp 20 Jahren einer der bedeutendsten Träger von Ju­gend- und Kulturarbeit in Sachsen, ist in akuter Gefahr. Das Jugendamt Chemnitz hatte in einem Gespräch mit dem Vorstand des AJZ am 28.10.2009 drastische Kürzungen an­gekündigt. Die Pläne der Stadt sehen Kürzungen im Stammhaus und bei einem vom Verein betriebenen Jugendklub im Stadtteil Brühl vor. Jegliche Kürzung, die das Stammhaus betrifft, ist derzeit ex­istenzbedrohend. Aktuell wird das Haus mit 2,5 Stellen aus der Jugendhilfe der Stadt getragen. Die Kürzung dieser ohne­hin schon äußerst knappen Stellen und Mittel um eine ganze Stelle ist fachlich und hinsichtlich der Betriebskosten finanziell nicht mehr kompensierbar. Doch die Pläne gehen noch weiter: Im Haushaltsjahr 2010, so das Jugendamt, sollen keine Gelder mehr für das vom AJZ e.V. betriebene Kinder- und Jugendhaus „Benario“ im Stadtgebiet Brühl zur Verfügung stehen, was die Schließung des an diesem sozialen Brennpunkt dringend benötigten Klubs bedeuten würde. Trotz der Beteuerungen der Stadt, das AJZ erhalten zu wol­len, ist das Fortbestehen nicht sicher. Die Stadt kann uns nicht schließen aber finanziell ruinieren.

„Sub Pop“

Seitdem diese Pläne bekannt wurden, gibt es breite Solidarität für das AJZ. Vor allem von Leuten, die zu den vielen Tausen­den gehören, die das AJZ als Veranstalter von Konzerten ken­nen. Das AJZ ist ein Haus, das seit nahezu 20 Jahren den ver­schiedensten Strömungen der Jugendkultur, seien es Hip Hop, Emo, Drum and Bass, Punk, Hardcore oder OI einen Platz für Veranstaltungen bietet. Häufig auch in Bereichen, die anderen Veranstalter_innen oder Orten „zu heiß“ oder kommerziell nicht attraktiv genug sind. Wenn mal wieder Punks in größeren Gruppen aus dem Erzgebirge, Vogtland oder Mittelsachsen am Hauptbahnhof ankommen, steckt häufig dahinter, dass sie ein Konzert im AJZ ansteuern.

„Fight for your right“

Doch diese Rolle im Nachtleben Sachsens ist längst nicht die einzige, die das AJZ spielt. Eine Vielfalt an Projekten und Initia­tiven im politischen, sozialen, kulturellen und künstlerischen Bereich fanden und finden in dem Haus ihren Platz und sind mit aus dem Haus hervorgegangen. Diese Möglichkeiten werden wesentlich dadurch gewährleistet, weil das AJZ seit seinem Bestehen auch ein Projekt mit profes­sioneller Sozialarbeit ist. Sowohl fachlich, als auch personell und finanziell sind die sozialpädagogischen Projekte tragende Säulen des Projekts. Das Haus AJZ, so wie es ist jetzt in der Chemnitztalstraße 54 existiert, ist das Ergebnis diverser Hausbesetzungen Anfang der 90er Jahre. Das Projekt wurde nicht erbettelt, sondern der Stadt abgerungen. Auch drohende Kürzungen sind für das AJZ nichts Neues. Schon vor einigen Jahren war das Zentrum durch die angekündigte Streichung von Sozialarbeiter_innenstellen bedroht, was durch wochenlange öffentliche Proteste in der In­nenstadt abgewendet werden konnte.

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…und los gehts!

Neuer Kampangenblog: AJZ bleibt!

Zur Kampange gegen die geplante Schließung des AJZ in Chemnitz.

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