Tag-Archiv für 'antifademo'

2012 – Im Osten nichts Neues

Im Osten nichts Neues. Gegen Nazis und rechte Alltagskultur.
Aufruf für eine antifaschistische Kampagne im Leipziger Osten

+++ Antifaschistische Demonstration am Sonnabend, den 24. März um 12 Uhr Friedrich-List-Platz +++

Auf Grund der zahlreichen Aktivitäten von Neonazis und anderen Rechten sowie der Ansiedlung des Ladengeschäfts „Fighting Catwalk“ im Leipziger Osten haben sich verschiedene lokale Akteure und das Leipziger Ladenschlussbündnis zusammengetan, um dem rechten Alltag entgegenzutreten. Gemeinsam rufen wir zu einer antifaschistischen Kampagne und Offensive für das Jahr 2012 auf – als erster Höhepunkt findet am Sonnabend, den 24. März (Start 12 Uhr, Friedrich-List-Platz) eine Demonstration im Leipziger Osten statt. Hierfür ist bereits ein Aufruf erschienen, alle weiteren Informationen und Fakten folgen…

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Im Frühjahr 2008 zogen hunderte Menschen durch den Leipziger Osten und demonstrierten gegen die vorhandenen Nazistrukturen und die bis dato mehrheitlich untätige Bewohner_innenschaft.
Damals gelang es, den organisierten Nazis Einhalt zu gebieten. Mit dem Zuzug von Studierenden und linksalternativen Menschen veränderte sich das Klima im Stadtteil. Außerdem entstanden in dieser Zeit im Osten verschiedene Orte für linksalternative Kultur- und Politikprojekte und Personen.
Doch spätestens seit Herbst 2011 bekommt das Bild vom Wandel im Leipziger Osten einen deutlichen Riss.

Mittel zum Zweck?

Zwischen November 2011 und Februar 2012 nutzten Personen, die der Leipziger Naziszene angehören, eine Wohnung in der Langen Straße 15 (Zentrum-Ost) als semi-öffentlichen Party- und Veranstaltungsraum. Darunter waren bekannte Gesichter der Leipziger NPD sowie der gewaltbereiten, rechtsorientierten Fußball-Fanszene, Akteure die bis 2011 das NPD-Zentrum in der Odermannstraße in Lindenau als Domizil nutzten.
Bei Feiern im Erdgeschoss der Langen Straße 15 am Abend des 9. Dezember 2011 und in der Silvesternacht kam es zu massiven verbalen Beleidigungen und Sachbeschädigungen, was die Anwesenheit der neuen Nachbarn für die Anwohner_innen der gesamten Langen Straße zur realen Bedrohung machte.
So geriet auch das translesbischwule Projekt „RosaLinde“, das sich in unmittelbarer Nachbarschaft befindet, in den Fokus der Nazis. Pöbelnd und „Sieg Heil“-rufend provozierten diese vor deren Räumlichkeiten.

Versuche von verschiedenen Seiten, Kontakt mit der Eigentümerin des Hauses aufzunehmen, scheiterten und blieben unbeantwortet. Erst der Druck der Öffentlichkeit schien der Eigentümerin eine Reaktion zu entlocken. Nach Pressemitteilungen und mehreren Berichten in verschiedenen Medien blieben oben genannte Personen der Langen Straße fern.

Offensichtlich ist der Eigentümergesellschaft „Kling-Group“ ein guter Ruf in der Öffentlichkeit wichtiger, als die Sicherheit der Bewohner_innen in von ihr vermieteten Häusern. Der gesamte Verlauf der Auseinandersetzung mit den Nazis und die Verweigerungshaltung der Eigentümerin lassen den Verdacht aufkommen, dass die Nazis hier als Mittel zur Entmietung genutzt werden sollten.

Herrenausstatter!

Zeitgleich – am 4. Dezember 2011 – eröffnete im Stadtteil Leipzig-Reudnitz, im Täubchenweg 43b, ein Geschäft mit dem Namen „Fighting Catwalk“. Das Geschäft ist nach einem gleichnamigen Online-Versandhandel für Kleidung und Kampfsport-Utensilien benannt. Geschäftsführer des Ladens ist Christian Pohle, der sich im gewaltbereiten Fanumfeld des 1. FC Lok Leipzig bewegt.
Der kampfsporterprobte Christian Pohle kämpfte in der Vergangenheit auch für den Boxverein „Fighting Fellas Wurzen“. Einzelne Mitglieder des Vereins waren 2009 an einem gewaltsamen Überfall auf Spieler und Fans des Roten Stern Leipzig in Brandis beteiligt.
Das Sortiment des „Fighting Catwalk“ umfasst, neben einschlägigen Hooligan-Marken, vor allem Waren der bei Nazis beliebten Kleidungsmarke „Thor Steinar“. In den Kollektionen der Marke finden sich deutliche Anspielungen auf die NS-Geschichte und den deutschen Kolonialismus. Christian Pohle stellt mit seinem Ladengeschäft ein Stück Infrastruktur für die lokale Naziszene und bündelt und vernetzt einschlägiges Klientel.

Im Osten nichts Neues

Bereits in der Vergangenheit gab es im Leipziger Osten gehäuft rassistische Übergriffe, Nazidemonstrationen und Überfälle auf linke Wohn- und Kulturprojekte. Der Stadtteil galt als Hauptaktionsfeld der sich reaktivierenden Naziszene. Im Winter 2008 griffen Mitglieder der Freien Kräfte Leipzig mehrfach ein Wohnhaus in der Holsteinstraße an und versuchten so im Stadtteil eine Drohkulisse aufzubauen.
Weitere Aktionen durch Nazis gegen Menschen, die nicht ins rechte Weltbild passen, folgten und wurden durch die Anwohner_innen größtenteils geduldet.
Als Gegenpol zu diesen Widerlichkeiten gründete sich das linke Ladenprojekt Atari, welches seitdem immer wieder Zielscheibe von Naziangriffen ist.
Damals gelang es, organisierte Strukturen zu verdrängen, jedoch ist und war das noch kein Grund zum Feiern, da sich rechtes Gedankengut und rechte Alltagskultur beständig halten. Die Demonstrationen anlässlich eines Sexualmordes an einer Minderjährigen im Sommer und Herbst 2008 zeigten, wie anschlussfähig rechte, autoritäre Einstellungen sind. Zahlreiche Stadtteilbewohner_innen demonstrierten damals Hand in Hand mit organisierten Nazis unter dem Motto: „Todesstrafe für Kinderschänder“.
2010 wurde in Volkmarsdorf zur Gründung einer Bürgerwehr gegen die im Stadtteil lebenden Roma aufgerufen. Mit dem Aufruf zeigten sich die antiziganistischen Ressentiments und Anfeindungen von breiten Teilen der Bewohner_innenschaft ganz offen und wurden mit tatkräftiger Unterstützung der NPD auf die Spitze getrieben.
Diese Einstellungen drückten sich auch in den Ergebnissen der letzten Wahlen aus: Im Leipziger Osten konnte die NPD zu den Kommunal- und Landtagswahlen 2009 die stadtweit besten Ergebnisse erzielen.

Keine Atempause

Wir haben uns zusammengeschlossen, um den aktuellen Entwicklungen etwas entgegenzusetzen: Wir finden es zum Kotzen, dass Ladengeschäfte und andere Räume ohne Bedenken an Nazis vermietet werden. Wir finden es unerträglich, dass rechte Ideologien gesellschaftsfähig sind. Wir nehmen es nicht länger hin, dass sich Stadteilbewohner_innen in Nazidemonstrationen einreihen oder wegschauen, wenn Menschen diskriminiert werden. Wir wollen nicht länger in einem chauvinistischen, autoritären Umfeld leben.

In den letzten Jahren rückte das Nazizentrum in der Odermannstraße in Leipzig-Lindenau zurecht in den Fokus der Öffentlichkeit und der antifaschistischen und zivilgesellschaftlichen Aufmerksamkeit. Hier fanden zahlreiche Aktionen gegen Nazismus und Diskriminierung statt. Diese Aktivitäten wollen wir nun auch in den Osten der Stadt tragen.

Uns eint das Ziel eines angstfreien Zusammenlebens, das Ziel ein Alltagsklima zu schaffen, das frei von Rassismus, Antisemitismus, Homophobie und Sexismus sowie jeder Form von Ausgrenzung und Abwertung von Menschen ist. Im Leipziger Osten, wie überall.

Wir lassen uns diese Zustände nicht länger bieten.

Deshalb: Kommt zur Bündnisdemonstration am 24. März 2012!

12 Uhr, Friedricht-List-Platz

Quelle: http://ladenschluss.blogsport.de/im-osten-nichts-neues/

Dessau: Die letzten Infos für Morgen

Als erstes müssen wir euch mitteilen das sich der Startpunkt der Demo verändert hat:

neuer Startpunkt: Anhaltinisches Theater – Vorplatz in der Fritz-Hesse-Straße (200m vom Hbf entfernt)
Wir werden euch trotzdem am Bahnhof in Empfang nehmen und weiter leiten.

Für alle anreisenden sind uns derzeit nur folgende Zugtreffpunkte verifiziert übermittelt worden:

Zugtreffpunkte:

Berlin – 10:15h – Bhf Alexanderplatz – S-Bahngleis (etwas früher da sein lohnt sich)

Halle/Saale – 11:20h – Hbf – Haupthalle

Magdeburg – 11:00h – Hbf – ZOB

Leipzig – aus L.E. wurde eine gemeinsame Busfahrt geplant, die Karten und Informationen dafür, waren/sind in folgenden Locations zu bekommen:

Lazy dog Wolfgang- Heinze- Str. 20, 04277 Leipzig
Buchhandlung el libro Bornaische Str. 3d, 04277 Leipzig
Vleischerei Zschochersche Straße 23, Leipzig

Weitere Zugtreffpunkte die uns heute noch aus verifizierten Quellen erreichen, werden wir hier so schnell wie möglich veröffentlichen.

Für alle anderen wichtigen Infos, haben wir ein Infotelefon geschaltet das ihr unter der Nummer 0152/36344084 erreichen könnt.

Quelle: http://dessauerverhaeltnisse.blogsport.de/2012/02/24/die-letzten-infos-fuer-samstag/

Demonstration in Leipzig zum Thema Verdrängung

Am Kommenden Dienstag (21.2.) gibt es die 1. Demonstration zum Thema:

„Schokoladen retten! Günstigen Wohnraum und alternative Projekte erhalten!“

Die Demo in Leipzig startet am Dienstag um 19.30Uhr in der Herderstraße mit folgendem Aufruf:

Auch in Leipzig ist das Thema “Gentrifizierung“ angekommen. Insbesondere in den innenstadtnahen Vierteln und in Teilen des Leipziger Westens und auch im Süden lassen sich verstärkt Besserverdienende nieder, Mieten steigen und der Platz für ärmere Menschen und alternative, selbstorganisierte Projekte wird enger oder verschwindet ganz und gar. Seit kurzem werden in der Windmühlenstraße und in der Kantstraße die Konsequenzen der Privatisierung von kommunalen Wohnungen sichtbar. Der Wohnkomplex in der Windmühlenstraße, in dem sich auch Kleingewerbe und Gastronomie niedergelassen hat, wurde zum 1. April 2011 an einen privaten Investor verkauft. Dieser will den Komplex sanieren, Mietsteigerungen werden die unweigerliche Folge sein. In dem von BewohnerInnen selbst gestalteten Innenhof soll zudem ein Discounter errichtet werden. Der Protest von BewohnerInnen und UnterstützerInnen traf bei Stadt und Investor auf taube Ohren, besonders widerspenstigen Gewerbetreibenden wurde sogar gekündigt. Ähnliches spielt sich in der Kantstraße in der Südvorstadt ab. Dort wurden zwei Doppelhauswohnblöcke von der städtischen Wohnungsbaugesellschaft LWB an eine privatwirtschaftliche Immobilienfirma verkauft, die bereits jetzt versucht, BewohnerInnen mit fragwürdigen Entmietungspraktiken los zu werden. Hintergrund dafür ist vermutlich die Absicherung eines baldigen reibungslosen Starts von Sanierungsmaßnahmen. Zum Jahresende 2011 wurde im Leipziger Osten ein weiterer Fall bekannt. Hier scheint eine renommierte Immobilienfirma die MieterInnen eines ihrer Häuser durch die gezielte Einmietung von gewaltbereiten Neonazis loswerden zu wollen. Durch Öffentlichmachung und Protest wurde mittlerweile der Auszug der Nazis, die den Hausfrieden durch gezielte Zerstörungen von Hausinventar, Einschüchterungs- und Bedrohungsaktionen störten, erwirkt.

Ein gesamtgesellschaftliches Problem – Der Schokoladen in Berlin

Das Wohn- und Kulturprojekt “Schokoladen“ in der Ackerstrasse 169 in Berlin steht am 22.2. vor dem Aus. Die Projekträume (Schokoladenkneipe, der Club der polnischen Versager, das TiSCH Theater und etliche Atelierräume) sollen geräumt werden. Damit verschwindet in Berlin wieder ein alternatives Projekt. Wir möchten uns mit den vor der Räumung bedrohten Menschen und Projekten solidarisch zeigen. Der Hauseigentümer M. Friedrich und seine Familie besitzen mehrere Fliesenmärkte (unter anderem eines in der bei Leipzig gelegenen Stadt Zwenkau) und eine Immobilienfirma, auf dessen Praktiken aufmerksam gemacht werden muss.

Der Schokoladen in Berlin Mitte ist seit nunmehr 22 Jahren ein Ort von und für Kultur jenseits der Hochglanzpolitur. Im Jahr 1990 aus einer Besetzung der Häuser in der Ackerstr. 169/170 entstanden, füllten seitdem ungezählte Lesungen, Konzerte, Theateraufführungen, Ausstellungen und Partys mit KünstlerInnen und BesucherInnen aller Kontinente die Räume. Neben dem Kultur-Café Schokoladen, dem Club der Polnischen Versager und dem Theater im Schokohof nutzen auch verschiedene Gemeinschaftsateliers, Werkstätten, Bands und Ton-Studios die Gewerbeflächen des Hauses. Der Eigentümer verschaffte sich Anfang Juli 2008 zweimal Zutritt zum Schokoladen-Hof und forderte die sofortige Räumung der Ateliers im 2.Stock des Fabrikgebäudes, andernfalls würde er selbst „Tatsachen schaffen“. Begleitet wurde er dabei von breitschultrigen Schlägern, die die BewohnerInnen bedrohten. Als der Versuch der Räumung misslang, ging er über auf den “legalen“ Weg das Haus zu entmieten. So stellte er den Wohnungs-MieterInnen Kündigungen, aufgrund angeblich „nichtangemessener wirtschaftlicher Verwertungsmöglichkeit“, zu. Nach Jahren rechtlicher Auseinandersetzungen hat der Eigentümer sein ersehnten Räumungstitel in der Hand, um mit der Immobilie im angesagten Berliner Zentrum Geld zu machen und die ehemaligen BewohnerInnen raus zu werfen.

Der Staat – immer auf der Seite der BesitzerIn

Am 2. Februar 2011, wurde das alternative Wohn- und Kulturprojekts Liebig14 geräumt, ein Gericht stellte erst kürzlich fest, dass die Räumung rechtswidrig war. Allein die Polizeikosten der Räumung und der darauf folgenden Protestwelle überstiegen den Preis eines geforderten Ersatzobjektes bei weitem. Die Miete im Haus ist nach der Sanierung um das vier- bis fünffache gestiegen. Bei der Neuvermietung wurden Berliner InteressentInnen bewusst ignoriert. Die Hausnummer Liebigstrasse 14 wurde von den Eigentümern S. Beulker und E. Thöne ausgelöscht und der ehemalige Zugang verschlossen. Die neuen BewohnerInnen können das Gebäude nur über einen Nebenzugang in der Rigaerstraße 96 betreten. Die Liebig 14 wurde in Berlin zum Symbol des Widerstands gegen steigende Mieten.
Die illegale Räumung der Liebig 14 steht nahtlos in einer Reihe mit den ebenfalls illegalen Räumungen der Yorck 59 oder der Rigaer 80. Es zeigt sich immer wieder, dass Verwaltung und Polizei sehr gerne geltendes Recht beugen und brechen, um nicht profitorientierte Wohn- und Kulturprojekte zu zerstören. In Berlin zerfällt mit Beihilfe des Staates und auf maximale Gewinne ausgerichtete Immobilienspekulation ein alternatives Projekt und Viertel nach dem anderen. Diese Entwicklung bleibt aber schon lange nicht mehr auf Berlin oder Hamburg beschränkt.

Bedrohte Projekte gab und gibt es auch in Leipzig

2009 war das Plaque, ein Stadtteilcafe und Wohnraum in Plagwitz in der Industriestraße 101, kurz vor dem Ende. Dreimal mal wöchentlich können Menschen dort zum Selbstkostenpreis bei der so genannten “Volksküche“ was essen, zudem werden dort regelmäßig Veranstaltungen und Filmvorführungen angeboten. Aber das Projekt, welches es immerhin, seit 1995 gibt, bietet nicht nur einen Raum zum Treffen und für Projekte, es hat auch zur Entwicklung einer alternativen Wohn- und Lebenskultur beigetragen. So sind um Umfeld viele Wohn- und Kulturprojekte entstanden, wie zum Beispiel die Gießer 16.
Damals sollte das Haus für mindestens 125 000 Euro versteigert werden, eignet es sich doch wohl laut Inkassogesellschaft, sowie die ganze Industriestraße, hervorragend als Sanierungs-Investitionsraum und damit aus kapitalistischer Sicht als lukrativen Wohnraum, jedoch nicht mehr für die dort ansässigen Projekte.
Ein anderes Projekt wurde in Plagwitz von Verwaltung und Vermieter tatsächlich zerstört, nämlich der Club “Superkronik“ in der Karl-Heine-Straße. Hier spielte insbesondere das Verhalten des städtischen Bauordnungsamtes eine entscheidende Rolle. Dieses versuchte alles, damit das Kultur-Projekt scheiterte. Während in jener Zeit das “Superkronik“ vom Bauordnungsamt mit Veranstaltungsverboten überzogen wurde, war sich das Bauordnungsamt nicht zu schade das jährliche Tet-Fest des Leipziger VietnamKultur-Centrums wegen nicht erfüllter Auflagen zu untersagen und von der Polizei räumen zu lassen. Während diese repressiven Maßnahmen ihren Höhepunkt erreichten, konnten sich die Nazis in der Odermannstraße 8 sicher sein, dass das Bauordnungsamt – wie in Sachsen üblich – das rechte Auge zudrückt, menschenverachtende Vorträge und Liederabende unbeachtet und jeglichen Nutzungsverstoß durchgehen lässt.

Eine Gesellschaft für alle!

Wir treten repressivem Vorgehen gegen selbstorganisierte und (links)alternative Projekten genauso wie dem steigenden Verdrängungsdruck durch die kapitalistische Stadtentwicklung entgegen! Wir wollen diese Problematik mit der Demonstration am 21.02.2012 in die Öffentlichkeit rücken und zu Widerstand und Organisierung aufrufen! Zur Organisierung gegen soziale Verdrängung, gegen die Durchökonomisierung unseres Lebens, gegen repressives Vorgehen gegen linke Freiräume!
Wir wollen eine Gesellschaft, eine Stadt, an der alle Menschen teilhaben können und auch so leben können, wie sie es für richtig halten. Daher treten wir als erstes für günstigen Wohnraum ein, der nicht nur auf Plattenbauten an den Rändern der Stadt beschränkt sein darf. Alternative Projekte müssen erhalten bleiben und weiter ausgebaut werden. Am Ende steht jedoch die Frage ob Verwertungsdruck und ordnungspolitischen Maßgaben überhaupt dauerhaft Einhalt geboten werden kann oder ob eine Gesellschaftsform, die Menschen systematisch ausschließt und normiert, nicht abgeschafft gehört.

Allein machen sie dich ein!
Wir bleiben alle! Kapitalismus abschaffen!

Quelle: http://wirbleibenhier.blogsport.eu/2012/02/15/demonstration-zum-thema-verdrangung/

Magdeburg 2012: No Cops! No Nazis!

An dieser Stelle dokumentieren wir durch einen kurzen Rückblick die letzten Naziaufmärsche in Magdeburg, welche die Bombardierung der Stadt thematisierten. Gleichzeitig wollen wir ein Augenmerk auf das polizeiliche Vorgehen an solchen Tagen gegenüber Antifaschist_innen richten.

Auch weisen wir auf die antifaschistische Demonstration am 14. Januar 2012 hin, die sich gegen den aktuellen Nazigroßaufmarsch und der bürgerlichen Gedenkpolitik in Magdeburg richtet.
Für den 14. Januar 2012 rufen Nazis der sogenannten „Initiative gegen das Vergessen“, wie schon in den Vorjahren, unter dem Motto „Ehrenhaftes Gedenken statt Anpassung an den Zeitgeist!“ erneut auf nach Magdeburg zu kommen. Diese Demonstration ist die erste Gelegenheit im neuen Jahr für Nazis aus dem ganzen Bundesgebiet sich zu treffen und ihre Ideologie zu propagieren. Folgend wollen wir einen kurzen Überblick über die Entwicklung der Naziaktivitäten zu dem sogenannten „Trauermarsch“ in Magdeburg geben.

1998 – 08 Nazis: Acht Nazis nehmen am 16. Januar 1998 erstmals an einer städtischen Kranzniederlegung auf dem Westfriedhof in Magdeburg teil. Dieses Datum stellt damit den Beginn der bis heute andauernden Naziaktivitäten zum 16. Januar dar.

1999 – 20 Nazis: Während der offiziellen Gedenkveranstaltung der Stadt, nehmen 1999 schon etwa 20 Nazis aus Magdeburg an der Veranstaltung teil.

2000 – 80 Nazis: Erstmals beteiligen sich auch Nazis aus anderen Regionen an der städtischen Kranzniederlegung und organisieren eine Kundgebung auf dem Westfriedhof.

2001 – 120 Nazis: Matthias Gürtler, damaliger Vorsitzender der NPD in Magdeburg meldet einen Aufmarsch durch Magdeburg-Stadtfeld zum Westfriedhof an. Nazis aus ganz Sachsen-Anhalt beteiligen sich daran.

2002 – 250 Nazis: Wieder durch Matthias Gürtler wurde ein Aufmarsch durch Magdeburg-Stadtfeld angemeldet. Dieser konnte allerdings durch direkte Aktionen und Bombendrohungen nicht durch Stadtfeld laufen. Dennoch nahmen etwa 250 Nazis an der Abschlusskundgebung am Westfriedhof teil.

2003 – 300 Nazis: Etwa 300 Nazis marschieren durch Magdeburg-Stadtfeld zum Westfriedhof. Die Route ist dabei seit 2001 dieselbe.

2004 – 300 Nazis: Erneut marschieren etwa 300 Nazis durch Magdeburg-Stadtfeld zum Westfriedhof. Leider ohne große Störungen.

2005 – 1000 Nazis: Zum 60. Jahrestag der Bombardierung Magdeburgs versammelten sich etwa 1000 Nazis aus ganz Deutschland in der Stadt. Erstmalig war kein Aufmarsch durch Magdeburg-Stadtfeld angemeldet, sondern direkt durch die Innenstadt. Durch antifaschistischer Intervention und Druck von der Stadt auf die Polizei, wurde der Aufmarsch frühzeitig beendet.

2006 – 400 Nazis: Seit 2001 fand erstmals keine Demonstration von Nazis in Magdeburg statt. Diese Beschränkten sich 2006 auf eine Kundgebung auf dem Westfriedhof.

2007 – 380 Nazis: Erneut wurde eine Demonstration durch Magdeburg-Stadtfeld zum Westfriedhof angemeldet. Diese konnte allerdings mehrere Stunden durch eine Blockade einer antifaschistischen Demonstration gestoppt werden.

2008 – 600 Nazis: Der Naziaufmarsch führt wieder durch die Innenstadt von Magdeburg. Es finden parallel zwei antifaschistische Demonstrationen statt, dabei tritt die Polizei extrem aggressiv auf und greift eine der Demonstrationen im Verlauf massiv an.

2009 – 720 Nazis: Nazis marschieren erstmals vom Bahnhof Neustadt in Richtung Innenstadt. Durch eine Blockade auf der Route verzögert sich der Beginn des Aufmarsches. Allerdings wird dieser durch die Polizei umgeleitet und findet dennoch statt.

2010 – 1000 Nazis: Erstmals führt der Aufmarsch der Nazis zum Bahnhof Buckau und somit direkt durch die Magdeburger Innenstadt. Am Hasselbachplatz kommt es bei einem Blockadeversuch zu massiven Auseinandersetzungen zwischen Antifas und der Polizei.

2011 – 1100 Nazis: Nazis melden die gleiche Route wie 2010 an und können diese ohne Probleme laufen. Mehrere Antifaschistische Blockaden wurden unter Einsatz von Pfefferspray und Schlagstöcken im Vorfeld geräumt.

Kurzer Ausblick für die Gegenaktivitäten 2012 in Magdeburg:

Nicht nur in Magdeburg, auch in vielen anderen Orten wo Nazis Aufmärsche planen und durchführen stellen sich leider nur eine Minderheit von Menschen (meist autonome Antifaschist_innen) aktiv in den Weg. Häufig tritt Ihnen dann ein Polizeiaufgebot entgegen, welches mit brutaler Gewalt versucht den Nazis den Weg frei zu Prügeln und jeglichen antifaschistischen Protest an der Naziroute zu unterbinden. Währenddessen ignoriert (um auf Magdeburg zurück zu kommen) die überwiegende Mehrheit an Menschen den geschichtsrevisionistischen und menschenverachtenden Naziaufmarsch oder beteiligt sich maximal an der sogenannten „Meile der Demokratie“ um zusammen mit der CDU oder der „Gewerkschaft der Polizei“ für ein “sauberes“ und „buntes“ Deutschland zu demonstrieren. Im Nachhinein werden die Medien davon sprechen, dass sich mehrere tausend Menschen an den Aktionen gegen den Naziaufmarsch beteiligten und damit die Demokratie gestärkt haben. Kein Wort von durch Polizeigewalt verletzten Antifaschist_innen, welche versuchten sich der Nazidemonstration in den Weg zu stellen wird zu hören sein. Guter bürgerlicher Antifaschismus der nichts bewirken möchte, delegitimiert linken Widerstand. Eine lehrreiche praktische Umsetzung der unsäglichen Extremismustheorien.

Um diese Situationen zu verändern, bedarf es einer organisierten radikalen Linken, die zum einen die Planungen der Nazis nutzt, um antifaschistischer Politik einen deutlichen Ausdruck zu verleihen und eigene Positionen wieder in die Öffentlichkeit zu tragen. Zum anderen müssen wir versuchen die Magdeburger Organisatoren der „Meile der Demokratie“ mit einem fortschrittlichen Antifaschismus zu konfrontiert und sie somit zu einer aktiveren Kritik zu bewegen. Ebenso ist es weiterhin wichtig und legitim den Nazis, solange wie sie ungestört ihre menschenverachtende Ideologie propagieren, diese mit allen Mitteln und auf allen Ebenen entgegenzutreten – direkt und entschlossen. Dieses bedarf allerdings einer starken Beteiligung autonomer Antifaschist_innen die sich nicht von den Cops und deren Verbote aufhalten lassen. Somit sind alle dazu aufgerufen, am 14. Januar 2012 nach Magdeburg zu kommen und mit uns gemeinsam die Chance zu nutzen den Naziaufmarsch zu verhindern!

Antifa-Demo // 14. Januar 2012 // 10 Uhr // Hauptbahnhof/ZOB // Magdeburg

http://www.entschlossen-handeln.tk

Auswertung Antifademo – 26.08.2010


500 gegen Nazianschläge in Dresden

Text?

Fast 500 Menschen demonstrierten am Abend durch Pieschen und Trachau. Beide Stadtteile waren in der Vergangenheit immer wieder durch vermehrte Naziaktivitäten aufgefallen. Als bisheriger Höhepunkt des Naziterrors, wurde am frühen Dienstag Morgen ein linkes Hausprojekt in Pieschen mit einem Brandsatz attackiert.

Wenige Minuten vor Beginn der Demonstration versuchten drei Nazis aus dem Spektrum der “Nationalen Sozialisten” die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Demonstration zu provozieren. Sie erhielten Platzverweise. Unter den Nazis befand sich der vorbestrafte Nazischläger Christian Leister.

Der lautstarke Demonstrationszug verlief bis auf einzelne Rangeleien mit den Einsatzkräften friedlich und folgte dem Straßenverlauf der Leipziger Straße entlang bis zum Endpunkt am Trachauer Bahnhof im Dresdner Norden.

Text?

In zahlreichen Redebeiträgen berichteten die Projekte von ihren täglichen Erfahrungen mit den oft folgenlosen Angriffe und wiesen auf die gestiegene Zahl rechter Übergriffe in diesem Jahr in Sachsen hin. Inzwischen hat die Soko Rex des Landeskriminalamtes in beiden Fällen die Ermittlungen aufgenommen.

In den Tage zuvor hatten sich Vertreterinnen und Vertreter zahlreicher Initiativen und Parteien schockiert über die Brandanschläge gezeigt und von CDU-Oberbürgermeisterin Helma Orosz ein deutliches Zeichen gefordert. In der lokalen Berichterstattung war der nächtliche Brandanschlag auf die Praxis in Dresden-Löbtau vor mehr als einer Woche als Racheakt mutmaßlicher rechter Jugendlicher gewertet worden.

Bei den beiden Anschlägen entstand zum Teil erheblicher Sachschaden. Spenden bitte an folgende Kontoverbindung:

Empfänger: Rote Hilfe Dresden
Verwendungszweck: Brandanschlag – Praxis
Kontonummer: 609760434
Bankleitzahl: 360 100 43

http://www.addn.me/antifa/500-gegen-nazianschlaege-in-dresden/



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