Tag-Archiv für 'freiberg'

Rassistische Brandanschläge in Freiberg

Brandanschläge in Freiberg!

Hier verweisen wir auf folgende Links des Antifa Infoportals Freiberg:

Brandanschlag auf Imbiss in der Poststraße verübt
http://afg.blogsport.de/2010/07/28/brandanschlag-auf-imbiss-in-der-poststrasse-veruebt/

Weitere Brandanschläge auf ausländische Gaststätten in Freiberg
http://afg.blogsport.de/2010/07/29/weitere-brandanschlaege-auf-auslaendische-gaststaetten-in-freiberg/

Mutmaßlicher Täter gefasst
http://afg.blogsport.de/2010/07/31/mutmasslicher-taeter-gefasst/

Brandanschlag – Roter Weg 43 – Freiberg

Pressemitteilung des soziokulturellen Vereins „Roter-Weg e.V.i.G.

In der Nacht vom 20. zum 21. März 2010 verübten bisher noch unbekannte Täter_innen einen Brandanschlag auf das Haus am Roten Weg 43 in Freiberg und stahlen zwei Büroschilder der Partei „DIE LINKE“. In dem Haus befinden sich unter anderem das Bürgerbüro der MdL Dr. Jana Pinka, das Büro der Fraktion „Die Linke“ im Landkreis Mittelsachsen, die Redaktion der Zeitschrift „FreibÄrger“ sowie die Räumlichkeiten des sich in Gründung befindenden soziokulturellen Vereins „Roter-Weg e.V.“. Bei dem Anschlag ist der komplette Eingangsbereich des Hauses ausgebrannt und es entstand ein Sachschaden von mehreren tausend Euro.

Bereits vor zwei Wochen hatten Unbekannte die Scheiben im Eingangsbereich eingeworfen. Außerdem klebten schon mehrfach neonazistische Aufkleber an den Briefkästen, mit Aufschriften wie: „Wer Deutschland nicht liebt, soll Deutschland verlassen“. Erst vor zwei Tagen hatten Nazis mehrere hundert Aufkleber des neonazistischen „Resiststore“ Versand in der Freiberger Innenstadt verklebt. Wir gehen daher von einem politisch motivierten Hintergrund aus und vermuten Neonazis als Täter_innen.

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Weitere Bilder unter: http://de.indymedia.org/2010/03/276371.shtml

Kundgebung in Freiberg: Nie wieder Volksgemeinschaft

Nie wieder Volksgemeinschaft – Nie wieder Deutschland

Gedenkkundgebung für die Opfer des Nationalsozialismus

Mittwoch, 27. Januar 2010 – 16 Uhr – Freiberg – Obermarkt

Am 27. Januar 1945 befreiten die Soldat_innen der Roten Armee die Überlebenden des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau. Etwa 6000 Häftlinge, die für lange Märsche zu schwach oder krank waren, waren dort von den Deutschen zurückgelassen worden. Die anderen etwa 60000 Häftlinge, die noch am Leben waren, wurden bereits vier Tage zuvor auf Todesmärschen in Richtung Westen getrieben. Während die alliierten Truppen unaufhaltsam vorrückten, wurden in den von Deutschen kontrollierten Gebieten weiterhin unablässig Menschen in Konzentrationslager deportiert und dort vergast. Selbst im Angesicht des drohenden Zusammenbruchs wurden große Ressourcen für die sog. „Endlösung“ mobilisiert. Erst die Befreiung durch die alliierten Truppen konnte das deutsche Mordkollektiv stoppen.

In Freiberg befand sich seit August 1944 ein Außenlager des KZ Flossenbürg, das aus rund 1000 weiblichen jüdischen Häftlingen bestand, die zur „Vernichtung durch Arbeit“ im KZ Auschwitz-Birkenau erfasst worden waren. Auf dem Gelände der ehemaligen Porzellanfabrik Freiberg auf der Himmelfahrtsgasse und auf der Frauensteiner Straße mussten die Häftlinge für die „Freia GmbH“, ein Betriebsteil der Arado-Flugzeugwerke GmbH Potsdam-Babelsberg, die zu den führenden Luftrüstungsunternehmen Deutschlands gehörte, Zwangsarbeit leisten. In bis zu 14 Stunden langen Schichten wurden unter anderem Tragflächen des Jagdflugzeugs Me 109 und Zielvorrichtungen für die V2 hergestellt. Ein anderes Freiberger Unternehmen, die Deutsche Seil- und Drahtfabrik, produzierte den Stacheldraht des Vernichtungslagers Treblinka. In Oederan, Flöha und Hainichen mussten weitere 1600 Menschen Zwangsarbeit leisten.

Trotz der zahlreichen lokalen Beispiele erfolgt die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus meist anhand der Konzentrationslager Auschwitz und Buchenwald und auch da nur punktuell. Ganz so, als lüde man Verantwortung und Schuldgefühle an diesen zentralen Gedenkorten ab, um sicherzustellen, im Alltag nicht mit derlei konfrontiert zu werden. Die konkrete Verstrickung von Familienangehörigen und Bürger_innen dieser Stadt in die nationalsozialistische Mord- und Volksgemeinschaft bleibt derweil oft unbeachtet, trotz dass die Zwangsarbeit in Freiberg für alle sicht- und wahrnehmbar gewesen ist. Wie menschenverachtend Teile der Freiberger Bevölkerung den Zwangsarbeiterinnen begegneten, schildert der dramatische Bericht von der Überlebenden Lisa Scheuer: „Oft begegnen wir Freiberger Frauen und alten Männern, die sich zu uns benehmen, als wären wir wilde Tiere. Sie spucken uns an, manchmal fliegt ein Stein, und immer hören wir Schimpfworte, die ich lieber nicht wiederholen will.“ (1)

Heute erinnert lediglich eine Plakette am Landratsamt und die zu Unrecht kaum rezipierten Schriften des CJD Freiberg an die Opfer der Zwangsarbeit; zentrale Gedenkveranstaltungen gibt es nicht. Lediglich am „Volkstrauertag“ wird den Zwangsarbeiterinnen gemeinsam mit den anderen Opfern des Nationalsozialismus, den sog. Vertriebenen und den Bombentoten gedacht. Diese Gleichsetzung aller als „Opfer von Krieg und Gewalt“ entzieht den Deutschen und konkret den Freiberger Täter_innen ihre Verantwortung für das Wirken des Nationalsozialismus in Freiberg und setzt Täter_innen mit Opfern gleich.

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